Validation – Ein Weg zum verständnis verwirrter alter Menschen

Autorinnen: Naomi Feil und Vicki de Klerk-Rubin

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Désirée Wahl

 

 

Über die Autorin

Naomi Feil wurde 1932 in München geboren. 1936 floh sie zusammen mit ihren jüdischen Eltern vor den Nazis nach Amerika. Sie wuchs im Montefiore-Altersheim in Cleveland, Ohio auf, ihr Vater war Psychologe und Leiter des Heimes, ihre Mutter arbeitete dort als Sozialarbeiterin.

Naomi Feil wollte eigentlich Schauspielerin werden.

Nach eigenen Jahren als Off-Broadway-Darstellerin absolvierte sie eine Ausbildung zur

Sozialarbeiterin, schloss das Psychologie-Studium an der Columbia Universität in New York ab.

Da sie in München aufwuchs und sie Schauspielerin werden wollte wird verständlich, warum sie eine begehrte Vortragende im deutschsprachigen Raum ist, die es versteht, andere von ihrem Konzept der einfühlenden Kommunikation mit sehr alten verwirrten Menschen zu begeistern.

Vicki de Klerk-Rubin ist die Tochter von Naomi Feil, Validationstherapeutin und Managerin des Validation Training Institute. Sie arbeitete als Autorin dieses Buches mit.

Der Beginn der Validation von Naomi Feil.

Sie beschäftigte sich 7 Jahre lang mit gesunden, orientierten älteren Menschen in verschiedenen Gemeinschaftszentren, danach begann sie im Montefiore Altersheim mit desorientierten, sehr alten Menschen zu arbeiten.

Naomi Feil sah ihre Aufgabe anfangs, diesen desorientierten Menschen zu helfen, der Realität ins Auge zu sehen und ihnen im Rahmen einer Gruppe Kontaktmöglichkeiten schaffen.

Nach 3 Jahren gab sie das Ziel der Orientierung auf die Realität auf, da die Gruppenmitglieder zunehmend feindselig wurden oder sich immer dann zurückzogen, wenn sie mit der unerträglichen Realität der Gegenwart konfrontiert wurden.

Zwischen 1963 und 1980 entwickelte Naomi Feil eine ganz neue Methode der Kommunikation.

Sie lernte die Methode der Validation von den Menschen, mit denen sie arbeitete.

Sie lernte, es als Weisheit zu sehen, wenn alte Menschen durch die Rückkehr in die Vergangenheit zu überleben versuchen.

Mein Eindruck vom Buch

Ich finde dieses Buch hoch interessant, denn es vermittelt nicht nur das Verständnis, wie wende ich Validation richtig an, denn das war eigentlich meine Hauptmotivation dieses Buch zu kaufen und zu lesen, sondern auch, wie kann ich mich auf mein eigenes Alt werden vorbereiten und genau diese Thematik hat mich so richtig gefesselt und fasziniert.

Im Zuge der Ausbildung hatten wir einen Einführungstag in Validation und mein Interesse wurde geweckt. Auch wenn mir das Thema der Validation erst durch das Lesen dieses Buches verständlich wurde.

Ich finde die Kapitel sind gut aufgeteilt und jede Erklärung wird durch überaus verständliche Beispiele ergänzt.

Bei einigen Kapiteln hatte ich ein richtiges Aha-Erlebnis: ich hatte nicht gewusst, dass es die Aufgabe des Aufarbeitens im hohen Alter gibt und für mich ist es genau das, worum es eigentlich geht um Validation verstehen zu können.

Aufarbeiten alter, unbewältigter Konflikte

Naomi Feil hat immer wieder beobachtet, dass einschneidende Erlebnisse, welche in früheren Jahren nicht verarbeitet werden konnten, in der Demenz noch einmal durchlebt werden.

Mit Hilfe der Validation bekommt der alte Mensch jetzt noch die Möglichkeit, Schmerz, Trauer, Angst, Panik, Scham und andere, seinerzeit verdrängte Gefühle endlich zu zeigen, und Ordnung in das Seelenleben zu bringen, um dann in Frieden sterben zu können.

Hintergründe der Validation

Ich möchte bei dieser Arbeit den Fokus auf die Hintergründe der Validation richten. Darum werde ich dem ersten Kapitel mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Das Erste Kapitel bearbeitet das Thema „Was ist Validation?“

Es beleuchtet die einzelnén Lebensstadien von Erik Erikson und dessen Aufgaben und dass seine Theorien eine bedeutende Grundlage in der Validation darstellen.

Um ein Gespür für diese Theorie zu entwickeln, hilft es mir persönlich besser, wenn sie mit gut nachvollziehbaren Beispielen erklärt wird. Was in diesem Buch der Fall ist.

Verständnis über die Wichtigkeit der Anerkennung seiner Gefühle

Zuerst war es die Theorie vom Erik Erikson, welche mir näherbrachte wie wichtig es ist sich seinen Lebensaufgaben in der jeweiligen Phase zu stellen. Sollte dies nicht möglich sein, haben wir das Glück, die verpassten Gelegenheiten zum Aufarbeiten nachzuholen, denn sie sind nicht für immer verloren und wir bekommen mehrere Chancen.

Ein weiterer Aspekt der Verwirrtheit im hohen Alter entgegenzuwirken sind eine positive Lebenseinstellung und eine große Auswahl verschiedener Bewältigungsstrategien, die Naomi Feil in dem Kapitel Demenz beschreibt.

Als Grundlage dient ihr dazu die Nonnen-Studie. Ich finde diese Studie so wichtig und interessant, denn die Diagnose Alzheimer, muss nicht zwangsläufig heißen, das diese Menschen auch desorientiert werden, darum möchte ich diese Studie auch den Lesern meiner Literaturarbeit näher beschreiben.

NONNEN-STUDIE

Diese ist eine Langzeitstudie, in der versucht wurde, Alzheimer am lebendigen Menschen zu erforschen.

David Snowdon beobachtete 678 katholische Schwestern im Alter von 78 bis 106 Jahren.

Die klinischen Daten, die man nach der Autopsie erhielt, wurden mit den 15 Jahren andauernden Beobachtungen über kognitive Veränderungen sowie Verhaltensänderungen verglichen (Snowdon 2001).

Snowdon, fand folgende Verbindung von „Lebensfaktoren“ und Alzheimer heraus:

Je höher der Bildungsgrad, umso geringer das Alzheimerrisiko.

Je geringer der Bildungsgrad, umso größer das Risiko, Alzheimer zu entwickeln.

Er fand auch heraus, dass

Eine positive Lebenseinstellung, flexibler Umgang mit Schwierigkeiten und das Ausdrücken von Gefühlen mit der Orientierung zusammenhängen

EO Je älter man wird, umso geringer ist das Risiko Alzheimer zu bekommen. ( sobald die Nonnen 90 oder älter wurden, ließ die Prozentzahl derer die Alzheimer entwickelten, deutlich nach)  Der Zustand des Gehirns, hängt nicht immer mit dem Verhalten des Menschen zusammen. (einige Nonnen, deren Gehirne große Schäden aufwiesen, waren bis zum Ende ihres Lebens „auf Zack“, andererseits wiesen die Gehirne einiger Nonnen, die desorientiert und zurückgezogen waren, kaum Schäden auf.

Snowdowns Schlussfolgerung unterstreicht Fr. Feils These, dass die Lebensweise ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Alzheimer und Desorientierung im hohen Alter ist.

Alzheimer

Früh einsetzende und späteinsetzende Alzheimer sind zwei verschiedene Zustände.

Beim Ersten handelt es sich um einen Krankheitsprozess.

Beim Zweiten um eine Reaktion auf körperliche Einbußen, kombiniert mit der Unfähigkeit, mit einer großen Zahl von psychologischen und sozialen Einbußen fertig zu werden.

Vorbereitung auf das Alt werden

Das Buch macht klar verständlich. Jeder kann sich auf das hohe Alter „vorbereiten“, vorausgesetzt, dass die Verwirrung eben nicht Krankheitsbedingt ist.

Dieser Faktor hat auch mein Interesse geweckt, mich mit dieser Thematik näher zu beschäftigen.

Dieses Buch hat meinen Horizont erweitert, indem wie wichtig es im hohen Alter wird, wenn man schon früh anfängt sein Verhaltensrepertoire zu erweitern.

Es gibt auch ein Kapitel: „wie geht man mit seinem eigenen Alterungsprozess um t

Das wird anhand von einem Beispiel nähergebracht.

Zuerst wird das Leben von Helen beschrieben, dann was war der Grund warum es so geendet hat und im letzten Abschnitt eine korrigierte Version von Helens Leben.

Mein Lieblingssatz in diesem Kapitel ist „wir müssen zu uns selber bis zur Schmerzgrenze ehrlich sein ‚

Hohes Alter

Im hohen Alter lässt es sich nicht vermeiden „Fehler“ zu machen und wir werden auch jede Menge Verluste hinnehmen müssen

z.B.

 körperliche: Beeinträchtigung der Sinne (sehen, hören, schmecken, fühlen, riechen)  soziale: der soziale Status verringert sich, wichtige Rolleneinteilung gehen verloren (Mutter,

Lehrer, Hauseigentümer…)

Daher wird es umso wichtiger sich selbst zu kennen und sich unserer Verhaltensmuster, unangenehme Gefühle zu leugnen, bewusst werden.

Je besser wir uns kennen, desto weniger leicht geraten wir im Alter aus dem Gleichgewicht. Je selbstbewusster wir sind, desto leichter können wir überholtes, eingefahrenes Verhalten ablegen.

Der Desorientierung entgegenwirken

Der Desorientierung kann man entgegenwirken, indem man sich seiner alteingesessenen Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien bewusst wird.

Wir müssen begreifen, dass das Leben eine Aufgabe ist und es keine Möglichkeit gibt sich den Aufgaben zu entziehen, denn man wird immer wieder damit konfrontiert. Gefühle wollen wahrgenommen werden, verleugnet man diese, brechen sie im Alter hervor und wollen bearbeitet werden.

Validation bietet die Möglichkeit diese „unverarbeiteten Gefühle“ Raum zu geben und sie können sich zerstreuen.

Ein wichtiger Grundsatz bei der Validation stammt von C.G. Jung: Gefühle, die ausgedrückt und dann von einem vertrauten Zuhörer bestätigt wurden, werden schwächer. Ignorierte oder geleugnete Gefühle werden stärker

Steckt man in starr eingefahrenen Rollen fest, oder identifiziert man sich z.B. nur über seinen Beruf, bricht dann eine wichtige Säule weg, beginnt der Rückzug, weil die Person“ falsch“ gelernt hat, mit Gefühlen oder Verlusten umzugehen

Dieses Buch bietet die Möglichkeit sich auf das altwerden vorzubereiten, seine Sinne zu schärfen und seine Gefühle wahrzunehmen.

Wem hilft Validation

Ich erlangte auch das richtige Verständnis, wer diese desorientierten Menschen sind, bei denen Validation angewendet wird und was die Ursache der Desorientierung ist.

Nämlich: ein Zusammenspiel von Verlusten und die Unfähigkeit mit diesen umzugehen.

Validation hilft desorientierten Menschen

-Die 80 Jahre oder älter sind

-Die keine psychiatrische Vorgeschichte haben

-Bei denen die Desorientierung keine Folge einer körperlichen Krankheit ist

Zum Grundprinzip der Validation

Jemanden zu validieren bedeutet, seine Gefühle anzuerkennen.

Diese Methode erfordert Einfühlungsvermögen. „in den Schuhen des anderen gehen“

Validationsanwender haben die Signale des älteren Menschen aufzufangen und in Worte zu kleiden. Dadurch gibt man ihnen ihre Würde zurück.

Die Methode der Validation

Diese basiert Großteils auf der Theorie von Erik Erikson.

Im Stadium „hohes Alter“ heißt die gestellte Lebensaufgabe, aufarbeiten („die Vergangenheit zu bearbeiten“). Misslingt diese Aufgabe, kann es zum Vegetieren kommen, sie spricht auch von lebendigen Toten.

In diesem Stadium ist Naomi Feil nicht Eriksons Meinung, dass es sich um einen bewussten Rückzug handelt, sie findet, dass es ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist, in Frieden zu sterben.

Personen, die im hohen Alter über Integrität verfügen, gelangen niemals in diese Phase des Vegetierens.

Die Wichtigkeit der Validation

Da wir aber immer länger leben, wird es eine wachsende Zahl von sehr alten Menschen geben, die in dieses Endstadium des Aufarbeitens geraten.

Sie brauchen jemanden, der ihnen zuhört, der ihre Gefühle bestätigt.

Nur so können sie den Aufarbeitungsprozess fortsetzen und sich darauf vorzubereiten, in einem „aufgeräumten Haus“ zu sterben.

Gelingt es nicht, ziehen sie sich in das Vegetieren zurück.

Ich fand es sehr spannend die Hintergründe der zu validierenden zu erfahren. Das erleichtert das Verständnis, was in ihnen vor geht und warum sie sich so verhalten.

Es ist wunderschön, dass es eine Methode gibt, die sich genau diesen Menschen annimmt.

Meine Kritik

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich dieses Buch stellenweise etwas zu theoretisch finde und ich anfangs so meine Schwierigkeiten hatte, konzentriert zu bleiben.

Menschen welche noch keine Ahnung von Validation haben und sich für die Praxis interessieren würde ich dieses Buch zum Einstig nicht unbedingt empfehlen, sondern zum Buch „Validation in Anwendung und Beispielen“ raten.

Reisen in die Innenwelt — Systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen

Autoren: Tom und Lauri Holmes

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Mag. Bettina Roßmann

 

1) Warum habe ich diese Literatur gewählt?

Ich habe das Buch „Reisen in die Innenwelt — Systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen “ von Tom und Lauri Holmes gewählt, weil ich mich grundsätzlich Rir die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen interessiere und deshalb schon nach der Behandlung des Themas in der Ausbildung dieses Buch gekauft habe. Andererseits war ich auf der Suche nach Methoden die den Zugang zur Seele ermöglichen oder verstärken können. Da sich das letzte Kapitel vor allem mit den spirituellen inneren Anteilen beschäftigt und hier Erfahrungswerte und Anleitungen zu finden sind, möchte ich diese in mein Projekt mit hinein nehmen.

2)  Inhaltsbeschreibung

In diesem Buch geht es um die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen. Das hier vorgestellte Modell verbindet das Innere Familien-System (IFS) nach Richard C. Schwartz mit Konzepten über die Natur des Bewusstseins aus den buddhistischen Psychologie. Das vorrangige Ziel der IFS-Therapie ist die Entfaltung des „Selbst“, um Harmonie und Gleichgewicht in unser psychisches System zu bringen.

3)  Persönliche Reflexion / Nutzbarkeit für mich / Weiterempfehlung

Was mir an dem Buch gefällt ist die gute Lesbarkeit, da es in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben ist. Man merkt, dass die Intention des Autors das Verstehen menschlichen Verhaltens und die Anschaulichkeit dessen war. Neben Beispielen aus der Praxis gibt es zu den verschiedenen Persönlichkeitsanteilen tolle bildliche Darstellungen. Diese gibt es im Anhang auch als Kopiervorlage. Somit ist dieses Buch für Therapeuten, Klienten und allgemein interessierte Leser gleichermaßen nützlich. Vor allem die Arbeit mit der inneren Weisheit hat mich angesprochen, da für mich persönlich die Integration der Spiritualität in die Therapie ein wichtiger Baustein am Weg zur Selbsterkenntnis ist. Die im Buch vorgestellte Anleitung einer Imaginationsreise zur inneren Weisheit habe ich immer wieder als Anregung zur Arbeit mit den eigenen Klienten verwendet und werde dies auch als festen Bestandteil in mein Diplomprojekt übernehmen.

Zusammenfassung des Buches: Reisen in die Innenwelt — Systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen von Tom und Lauri Holmes (2013, 3.Auflage)

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast. Freude, Depression und Niedertracht – Auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher. Begrüße und bewirte sie alle! Dieses Buch handelt von der Arbeit mit Persönlichkeitsteilen. Wenn hier von Teilen als eigenständige Einheit gesprochen wird, meint dies sich wiederholende Gedanken-, Gefühlsund Verhaltensmuster in uns. In verschiedenen Traditionen gibt es für das selbe Phänomen unterschiedliche Bezeichnungen. Im Buddhismus werden sie als Gewohnheitsmuster bezeichnet, bei den kognitiven  wird von Schemata und in der

Psychosynthese von Teilpersönlichkeiten gesprochen, von psychodynamisch orientierten Psychologen ist von Ich-Anteilen oder Ego States die Rede (S. 15).

Die Natur des Bewusstseins wird als Kreis dargestellt um dessen 2 Ebenen versinnbildlichen zu können. Das Speicherbewusstsein, das die untere Hälfte repräsentiert enthält alle Persönlichkeitsanteile in Form von Anlagen, welche Gewohnheitsmuster aus unserer genetischen, kulturellen und persönlichen Geschichte inne haben. Nach C. G. Jung haben diese Anlagen ihre archetypische Grundlage in vergangenen kollektiven Erlebnissen. Die obere Hälfte des Kreises repräsentiert das Alltagsbewusstsein. Hier tritt ein Teil in den Vordergrund, wenn dieser durch innere oder äußere Bedingungen unterstützt wird. Abhängig davon welcher Teil im Vordergrund steht, wird die Wahrnehmung der Welt gefiltert. Der Teil kehrt ins Speicherbewusstsein zurück sobald er nicht mehr unterstützt wird. So kommt es, dass „ verschiedene Teile von uns kommen und gehen, sie interagieren miteinander und mit der äußeren Welt, um uns bei der Bewältigung unserer alltäglichen Aufgaben zu unterstützen “ (zit. S. 18 f)

Um das System der Persönlichkeitsanteile zu verstehen ist die Analogie zum Computer hilfreich. Die Persönlichkeitsanteile können mit einer psychologischen Software verglichen werden, die dazu da ist um unsere Lebensaufgaben zu meistern.

Unter anderem gibt es einen analytischen Teil in uns, der aktuelle logische Informationen zu momentanen Situationen zur Vermgung stellt. Wobei dies nicht unbedingt bedeutet dass es allen Menschen bewusst ist dass dieses Programm installiert ist. Innere Anteile können wie Computerprogramme aktiviert werden. Beim Computer geschieht es durch das Anklicken von Icons, bei uns Menschen werden die Teile durch Situationen oder Menschen aktiviert, jedoch ist es oft schwer die richtigen Teile zu aktivieren. Es gibt zum Beispiel Probleme beim Starten eines Programmes oder es ist unmöglich ein Programm zu verlassen. Auch gibt es ein Hauptmenü wo alle Programme zu sehen sind und zu denen wir Zugang haben können. In der systemischen Arbeit mit den Anteilen der Persönlichkeit wird das Hauptmenü „das Selbst“ genannt. Es ist im Menschen das Zentrum von dem wir zu allen Teilen unserer Persönlichkeit zugreifen können (vgl. S. 21 — 24).

Jeder Mensch wird mit charakteristischen Merkmalen geboren, diese zusammen mit der Lebenserfahrung bilden in uns bestimmte Persönlichkeitsteile in unserem inneren System stärker heraus als andere. Grundsätzlich entstehen sie alle um uns bei der Anpassung an körperliche, seelische und soziale Bedürfnisse zu helfen. Es gibt einige Persönlichkeitsanteile die für das physische Überleben zuständig sind. Ein solches Urbedürfnis ist zum Beispiel die Nahrungsaufnahme wo sich ein Teil mit Hunger bemerkbar macht. Zum Überleben unserer Gattung ist es auch wichtig einen fürsorglichen Teil für die Kindererziehung zu haben (vgl. S. 43 f). Der Angst-Teil sichert unser Uberleben indem er Ausschau nach möglichen körperlichen oder sozialen Gefahren hält. Bei Funktionstüchtigkeit bemerkt er die Gefahr und der Kampf- oder Fluchtimpuls wird aktiviert. Ein wütender Teil gibt uns Energie uns selbst zu schützen. Neben Teilen die mit dem körperlichen Überleben zusammenhängen, gibt es welche die dazu da sind um die Beziehung zu unserem sozialen Umfeld erfolgreich zu gestalten. Verhaltensmuster die in der Kindheit dazu führen, dass bei den Eltern die Rirsorglichen Teile aktiv bleiben, werden verinnerlicht und der Charakter der Teile wird geformt, welche auf Anerkennung ausgerichtet sind (vgl. S. 46 f). Die kritischen und verurteilenden Teile entwickeln sich, um uns dabei zu unterstützen, Anerkennung von anderen zu bekommen. Im Laufe des Erwachsenwerdens bilden sich auch Teile heraus die man als Manager bezeichnen könnte. Sie sind dazu da, „die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Systems einzuschätzen, die Anforderungen und Bedingungen unserer Umwelt exakt zu interpretieren und einen Handlungsplan zu entwickeln, mit dem wir die inneren und äußeren Anforderungen am besten erfüllen können „(zit. S. 50).Es ist wichtig zu sagen, dass ausser den hier erwähnten inneren Persönlichkeitsanteilen noch eine Vielzahl mehr existiert.

Es kommt auch des Öfteren vor, dass mehrere Teile um Aufmerksamkeit kämpfen und Koalitionen bilden. Ein wichtiger Schritt das eigene System ins Gleichgewicht zu bringen ist es diese Dynamiken zu identifizieren und zu bearbeiten (vgl. S. 57).

Es gibt jedoch auch einen Teil, der sich grundlegend von den Persönlichkeitsanteilen unterscheidet. In unserem Zentrum, unserer Mitte befindet sich das Selbst.. Man sagt es sei , wie Wasser: Es ist klar und still und ruhig und hat keine ‚Persönlichkeit‘ wie die oft so bunten Teile des inneren Systems“ (zit. S. 29). Es ist der Kern unseres Seins wo achtsames Gewahrsein, mitffhlende Verbundenheit und ruhige, zuversichtliche Klarheit herrschen. Das Selbst ist die Bewusstheit selbst. Hier sind wir in einem Zustand von Gewahrsein und sind uns unserer Ganzheit bewusst. Es ist ein Zustand der Rir alle vermgbar ist. Hier sind wir liebevolle, besonnene Beobachter von allen inneren und äußeren, eigenen sowie fremden Zuständen. Wenn wir im Selbst sind wissen wir ganz klar was zu tun ist (S. 27 D.

Roberto Assagioli, Begründer der Psychosynthese beschreibt das Selbst als die Erfahrung, „fähig zu sein, angesichts äußerer Miihsal und innerem Elend , zentriert‘ zu bleiben. Diese Erfahrung bedeutet, ständig bewusst zu sein und wählen zu können, sich nicht erschüttern zu lassen von Veränderungen im Körper, in den Gefühlen oder dem Geist“ (zit. S. 29). Die Qualitäten, welche zum Vorschein kommen wenn wir im Selbst sind können mit ruhig, mitfühlend, neugierig, klar, vertrauensvoll, kreativ, mutig und verbunden beschrieben werden.

Für die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen ist es wichtig zu wissen, dass wir in diesem Bewusstseinszustand innere Persönlichkeitsanteile beobachten können ohne von ihnen vereinnahmt zu werden.

Das Selbst liegt auf einer Metaebene des psychologischen Systems. Es ist uns in bestimmten Situationen möglich vom Selbst zu einem gebrauchten Persönlichkeitsteil zu gelangen. Stresssituationen können dazu führen dass ein Teil die Führung übernimmt und wir an ihm festhängen. Um wieder zentriert zu sein, können wir uns eine kurze Auszeit nehmen wie z.B. einen kleinen Spaziergang machen, etc. Bei hartnäckigen Problemen sollte das ganze System abgeschaltet werden, heißt wir sollten schlafen gehen. Gewöhnlich sind wir danach wieder in unserem Selbst (S. 28 ff).

Wenn wir in unserem Selbst sind können alle verschiedenen Teil eingeladen und begrüßt werden. Dies ist wichtig, weil jeder Teil eine nützliche Funktion hat. Ein Dialog zwischen dem Selbst und den Teilen ist essentiell für die therapeutische Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen, da hier Teile mit extremen Verhalten ihre nützliche Funktion wieder innerhalb des Systems aufnehmen können(vgl. S. 34).

Ein Ziel der Arbeit mit den inneren Teilen ist es, das Selbst zu stärken und in den Vordergrund zu rücken. Hier können Meditationsübungen unterstützend wirken. Vor allem kann Achtsamkeit im Alltag ein friedliches und aufmerksames Gewahrsein verleihen, das bei Tätigkeiten des Alltags geübt werden kann. Hier ist zum Beispiel an achtsames Abwaschen, Kochen, Bügeln etc. zu denken (vgl. S.37).

Ein weiterer wichtiger Schritt ist es Spiritualität in die Therapie mit ein fließen zu lassen, da sie eine machtvolle innere Hilfsquelle sein kann. Richard Schwartz nennt die inneren Persönlichkeitsanteile, welche Weisheit und Führung innehaben, Wegweiser oder Innere

Führung. Verfügbare spirituelle Ressourcen sind ein wichtiger Teil der inneren Arbeit. Diese Ressourcen oder inneren Wegweiser erscheinen in vielfältigen Formen. Üblicherweise werden sie als lebendige Präsenz erlebt die in abstrakter Form oder als spezifische Form (weise Wesen, religiöse Figur,…) erscheint und immer als weise und liebevoll erfahren wird. Diese Präsenz wartet oft im Hintergrund darauf, dass sie zur Mitarbeit eingeladen wird.

Wenn man in Kontakt mit der inneren Führung kommt, „ entsteht das Gefühl, mit einer umfassenden liebenden Präsenz in Berührung zu sein, die immer da ist, aber vergessen wurde“ (zit. S. 130). Während des therapeutischen Prozesses kann diese jedoch unmittelbar und real erlebbar werden. Diese spirituelle Begegnung bewirkt zwar selten dir Lösung aller Probleme, sie kann jedoch den Zugang zum Selbst leichter machen und es sind schnellere Fortschritte in der inneren Entwicklung und deren Bezug zur Welt möglich. Diese inneren Ressourcen heilender Kraft sind in jedem von uns, man muss nur einen Zugang dazu finden.

Neben dem positiven Einfluss auf den Therapieverlauf, bringt die spirituelle  mehr Lebendigkeit und eine tiefere Bedeutung in den Alltag. Die spirituellen Wegweiser haben die wunderbare Fähigkeit extreme Persönlichkeitsanteile zu verwandeln.

Es muss aber auch davor gewarnt werden nur spirituellen Aspekten Wertschätzung zu geben, es kann ein Ungleichgewicht entstehen wenn man sich nur den höheren Anteilen verschreibt. Alle Teile sind wertvoll. Und wichtig ist auch anzumerken dass Persönlichkeitsanteile nicht immer das sind, was sie im ersten Moment zu sein scheinen.

Ob dieser Erkenntnisse scheint es eine wichtige Aufgabe zu sein, Klienten zu helfen in Verbindung mit ihrer spirituellen Quelle zu kommen, der Weisheit und Heilung entspringt. Es wird postuliert dass der therapeutische Prozess sich viel schneller bewegt und vor allem traumatisierte Menschen unterstützen kann, denn die Quellen spiritueller Führung vermgen über Selbst-Qualitäten in konzentrierter Form. Bei Traumatisierten kann es lange dauern bis das Selbst die Führung übernimmt. Mit spiritueller Führung wird jedoch der Heilungsprozess beschleunigt, extreme Teile schneller transformiert, verbannte Teile leichter getröstet und in das System integriert. Es kann sich auch die Selbstftihrung viel schneller entwickeln.

Wenn in der Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen die spirituelle Dimension auftaucht kann sich das innere System transformieren. Es scheinen fundamentale Kräfte zu sein die wieder ins Gleichgewicht bringen können. Es kann mit dem tiefen Wissen und Weisheit über den Klienten ein GeRihl von Ganzheit, Frieden und Liebe entstehen (vgl. S. 125 — 144).

, Das innere Kind, der innere Kritiker, innere Beschützer oder Antreiber: Selten ist uns bewusst, wie stark unterschiedliche Persönlichkeitsanteile unser Leben beeinflussen „. Hier wird gezeigt „ wie wir uns von prolblematischen Verhaltensmustern lösen können, in denen wir steckenbleiben, und wie wir unsere besonderen Talente und Eigenheiten einsetzen, um nzehr aus der Fülle zu leben “ (zit. Klappentext).

Ernstnehmen Zutrauen Verstehen

Autorin: Marlies Pörtner

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Jasmin Fitz

 

Das Werk „Ernstnehmen Zutrauen Verstehen“ von Marlies Pörtner beschreibt eine personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig behinderten und pflegebedürftigen Menschen. Es ist mir in diesem Rahmen nicht möglich, auf alle Kapitel detailliert einzugehen und möchte mich auf das vierte Kapitel „Richtlinien für den Alltag“ und auf das sechste Kapitel „Auswirkungen für die Betreuenden“ konzentrieren.

In der personzentrierten Arbeit gibt es „Richtlinien für den Alltag“, bei denen es sich allerdings nicht um ein unveränderliches Konzept handelt, sondern um eine Orientierungshilfe, bei der beachtet werden muss, was sie in der konkreten Situation (sprich Person, Rahmenbedingungen, Gegebenheiten, usw.) bedeutet. In der Arbeit erfolgreich umgesetzt können diese Richtlinien nur durch ein wahrhaftiges Interesse am Menschen werden.

Folglich ist Zuhören die Grundlage der personzentrierten Haltung. Das umfasst nicht nur das verbal ausgedrückte, sondern bedeutet, auf alle Ausdrücke zu achten und sich in das Leben der Person einzufühlen. (vgl. Pörtner 2014, 51)

Es ist notwendig, den Menschen und das, was gerade da ist ernst zu nehmen. Auch dann, wenn es einem gar unwahrscheinlich erscheint. Oftmals ist es nicht relevant, ob die Geschichten stimmen. Relevant ist, dass es für diesen Menschen in diesem Moment wichtig ist das zu erzählen. Möglicherweise ist es eine Metapher für etwas, das sonst nicht zum Ausdruck gebracht werden kann. Zum Ernstnehmen gehört auch der Grundsatz, dass niemals über, sondern mit anwesenden Personen gesprochen wird. (vgl. Pörtner 2014, 53f)

Ein weiterer bedeutsamer Bestandteil ist die Förderung ihres Bezuges zur Realität. Dafür ist es hilfreich von der Normalsituation auszugehen. Denn oftmals werden Eigenheiten oder Abweichungen von der Norm der Behinderung zugeschrieben, anstatt in Betracht zu ziehen, dass es sich einfach um Persönlichkeitsmerkmale handeln könnte. Ebenso ist es wichtig, sich nicht auf das Bild, welches man von einer Person hat zu versteifen, sondern in Betracht zu ziehen, dass Aussagen und Verhalten, welche nicht dem, von der Person Gewohnten entsprechen, durchaus real sein können.

Insgesamt geht es also darum beim Naheliegenden zu bleiben. Sprich nicht zu interpretieren, oder die Erklärung in der Behinderung zu suchen, sondern genau bei dem zu bleiben, was der Mensch ausdrückt. (vgl. Pörtner 2014, 55-57)

Der Abschnitt „Nicht ständig auf das „Symptom“ starren“ beschäftigt damit, dass bei Menschen die „schwierig“ sind, die Bezugspersonen dazu neigen, sich auf das Problemverhalten zu konzentrieren. Dadurch liegt der Fokus auf dem Symptom und die Person wird immer mehr darauf reduziert. Das kann zu einer Identifikation mit diesem Problem führen. Es ist notwendig, den Blick darauf zu richten, was sonst noch da ist und Möglichkeiten zu schaffen, in denen dieser Mensch andere Erfahrungen machen kann. Dadurch werden Veränderungen schrittweise möglich. (vgl. Pörtner 2014, 65)

Als Folge von weitgehend fremdbestimmtem Leben entwickelt sich oftmals ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit. Dieses Bedürfnis kann nicht nur bei Menschen, welche dieses Einfordern vorhanden sein, sondern auch bei Menschen, welche sich angepasst zeigen. Die Bezugspersonen sollten ein Bewusstsein dafür haben, dass beeinträchtigten Menschen weniger Spielraum für Entscheidungen zur Verfügung steht und dadurch „kleine“ Entscheidungen sehr wichtig sein können. „Eigenständig handeln heißt immer auch Verantwortung für sich übernehmen.“ (Pörtner, 2014, 67) Diese Eigenständigkeit sollte – wo und wann immer möglich – den betroffenen Personen gegeben werden. Das beinhaltet, dass ihr Verhalten akzeptiert und respektiert wird, auch wenn es nicht dem Ideal der Bezugsperson entspricht. (Marlis Pörtner 2014, 66f) Eigenständigkeit fördern heißt Wahlmöglichkeiten geben. Wichtig dabei ist, dass reale Entscheidungsmöglichkeiten geboten werden. Das bedeutet, sich vorher zu überlegen, ob der Betroffene tatsächlich ein Mitspracherecht hat und seine Entscheidung auch wirklich berücksichtigt werden kann. Wahlmöglichkeiten sollten individuell an eine Person angepasst sein, also nicht überfordern und für sie überschaubar und sinnvoll sein. (vgl. Pörtner 2014, 71)

Es notwendig, die betroffenen Menschen klar zu infomieren. Das kann dann stattfinden, wenn die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten klar sind. Also als Erstes für die BetreuerInnen, und im zweiten Schritt für die Betroffenen. Klar informiert sein ist wichtig, um Wahlmöglichkeiten wahrnehmen zu können. Genauso steht es jedem Menschen zu, auch in Alltagssituationen darüber informiert zu sein, was geschieht und was sich verändert. Nicht alle Mitteilungen, über beispielsweise eine Veränderung in der Tagesstruktur, werden gut aufgenommen und können Gefühle wie Wut, Verunsicherung oder Angst auslösen. Es ist wichtig, auf diese Gefühle einzugehen. Dabei soll klar sein, dass der Rahmen nicht verändert werden kann, sie aber ernst genommen werden. (vgl. Pörtner 2014, 75f)

Auf Gefühle und Wünsche einzugehen erfordert es konkret zu bleiben und herauszufinden, welches Anliegen dahinter steht. Bei Beschwerden oder scheinbar nicht erfüllbaren Wünschen sollte gemeinsam, mit der betroffenen Person, herausgefunden werden, welche konkreten Bedürfnisse dahinter stecken. Oftmals können einzelne Aspekte berücksichtigt werden und Lösungen bzw. Teillösungen entstehen, welche Entlastung bringen. Die Suche nach etwas Konkretem wirkt auch entwicklungsfördernd. Teilweise wird erst klar, worum es eigentlich geht, wenn gemeinsam danach geforscht wird. (vgl. Pörtner 2014, 77-79)

„Die „Sprache“ des Gegenübers finden“ schafft die Voraussetzung um Kontakt möglich werden zu lassen. Es reicht nicht aus, die Sprache des Gegenübers zu verstehen, BetreuerInnen müssen sich auch so ausdrücken, dass sie verstanden werden. Diese Sprache beinhaltet nicht nur das gesprochene Wort, sondern bezieht sich auf die gesamte Ausdrucksweise eines Menschen. So kann es gelingen, Dinge begreiflich und nachvollziehbar zu machen. Diese können somit tatsächlich aufgenommen und verstanden werden. (vgl. Pörtner 2014, 80f)

Um Probleme lösen oder zumindest Verbesserung schaffen zu können muss der eigene Anteil erkannt werden. Alle Beteiligten, auch die BetreuerInnen tragen ihren Teil zu einer Situation bei. Durch die Sicht auf denen eigenen Anteil können Handlungsalternativen erkennt werden. Es gibt immer irgendetwas, das am eigenen Verhalten verändert werden kann. Diese Veränderung kann eine Chance für das Gegenüber sein. Vielleicht wird es diesem Gegenüber dadurch auch Möglich, etwas am eigenen Verhalten zu ändern. Jedenfalls ist das Bewusstsein um den eigenen Anteil für die Betreuenden hilfreich, denn die Situation kann sie dadurch für sich erträglicher gestalten, was sich wiederum auf alle auswirkt. (vgl. Pörtner 2014, 82-84)

Das sechste Kapitel „Auswirkungen für die Betreuenden“ beschäftigt sich zunächst mit der Beziehung zu den KlientInnen. Die Beziehung der BetreuerIn zur KlientIn beruht auf Empathie, Wertschätzung und Kongruenz. Dazu gehört, dass diese Beziehung für alle Beteiligten durchschaubar ist. „Kongruenz bedeutet unter anderem auch, den beruflichen Rahmen nicht zu verwischen.“ (Pörtner 2014, 112)

Es geht um das Wohl der Klienten. Konkret heißt das jetzt: die Bedürfnisse der Klienten stehen im Vordergrund und ihre Lebensbereiche werden darauf abgestimmt. Für die Betreuenden ist es ihr Arbeitsbereich und ihr privates Leben findet wo anders statt. Dafür herrscht oftmals zu wenig Klarheit. Wenn Betreuende diese Bereiche vermischen, zu persönliche Beziehungen aufbauen oder in der Beziehung zu ihren KlientInnen eigene unerfüllte Bedürfnisse ausleben, dann ist das missbräuchliches Verhalten. Dies führt zum einen dazu, dass Bezugspersonen schnell ausgebrannt sind, und zum anderen dazu, dass die betroffenen Menschen Enttäuschung und ungünstige Beziehungserfahrungen erleben müssen. Für alle Beteiligten muss klar sein, dass es sich um eine berufliche Beziehung handelt. Professionelles Arbeiten bedeutet also, diese dem Rahmen und der Funktion anzumessen, dass die Bedürfnisse der KlientInnen in den Vordergrund und eigene beiseite gestellt werden. Außerdem ist es wichtig, dass es ein konstantes Beziehungsangebot gibt und die Menschen darauf vertrauen können, „daß alle Mitarbeitenden im gleichen Sinn arbeiten“, wodurch ein Wechsel der Betreuungsperson besser verkraftet werden kann. (vgl. Pörtner 2014, 110-113)

Zu den Anforderungen personzentrierten Arbeitens gehört auch das Ermöglichen. „Je entbehrlicher der Betreuer erscheint, desto besser ist seine Arbeit. Nicht das, was er sichtbar tut, ist entscheidend, sondern das, was er den Menschen, die er betreut, ermöglicht.“ (Pörtner 2014, 114)

Der Gewinn der personzentrierten Haltung zeigt sich auf mehreren Ebenen. Die KlientInnen sind zufriedener und kooperativer, wenn sie sich verstanden fühlen. Das wiederum schafft Erleichterung bei den Bezugspersonen. Außerdem ist es wahrscheinlich auch wirtschaftlich sinnvoll. Vermutlich wird im Endeffekt sogar weniger Zeit gebraucht, wenn personzentriert gearbeitet wird. Zumindest kann darauf geachtet werden, wie Zeit sinnvoll investiert werden kann und wo unnötigerweise Ressourcen verschwendet werden. Für die Bezugspersonen ist die nötige Auseinandersetzung mit sich selbst zugleich eine Chance für Persönlichkeitsentwicklung. (vgl. Pörtner 2014, 120-122)

„Die personzentrierte Haltung ist nicht nur gegenüber anderen Menschen wirksam, sondern auch in der Beziehung zu sich selber.“ (Pörtner 2014,  120)

Fazit

„Ernstnehmen Zutauen Verstehen“ ist ein interessantes, aufschlussreiches und empfehlenswertes Buch. Es ist in einfacher Sprache gehalten, bringt alles auf den Punkt und kann ohne spezielle Vorkenntnisse dazugehöriger Fachsprache gelesen werden.

Marlis Pörtner schreibt auf eine, mich sehr ansprechende, Art und Weise. Sie scheint die Gabe zu haben, in vielen einzelnen Sätzen deren Wichtigkeit hervorzuheben, in einer Formulierung, als würde sie es laut erzählen. Dabei ist beim geschriebenen Wort immer klar, wie was gemeint ist. Stellenweise wurde das Werk etwas zäh, da sie sich bei gewissen Teilen ständig wiederholt hat. Beispielsweises die drei Hauptpfeiler, so wichtig wie das Verständnis dafür ist, werden sehr oft beschrieben.

Die einzelnen Abschnitte im Buch sind jeweils mit sehr passenden und hilfreichen Fallbeispielen veranschaulicht. Es befinden sich auch so genannte „Leitfäden“ darin. Ein Leitfaden listet „Handlungsgrundlagen“ auf, ein weiterer „Richtlinien für den Alltag“, einer beschäftigt sich mit „den eigenen Anteil erkennen“ – im beruflichen, sowie im privaten Bereich. Auch ein Fragebogen zur „situationsbezogenen Selbstreflexion“ findet sich in diesen Leitfäden.

Ich empfinde diese Haltung, welche hauptsächlich auf die Lebenswelt behinderter und älterer Menschen bezogen wurde, als Lebensphilosophie, welche im Umgang mit allen Menschen, und allem voraus natürlich im Umgang mit sich selber gelebt werden kann.

…trotzdem Ja zum Leben sagen – Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Autor: Viktor E. Frankl

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Saliha Sutkovic

 

In diesem Buch handelt es sich um die subjektive Erlebnisschilderung von Viktor E. Frankl, in einem Konzentrationslager des 2. Weltkrieges. Er schreibt auch vorweg dass er in diesem Buch wirklich nur „normale Häftlinge“ in erwähnt und Höhergestellte wie zB. Capos oder Prominente auslässt. Er schildert in diesem Buch das Leiden der kleinen Opfer und als Schauplatz werden die nicht so bekannten Filiallager dargestellt, die damals zwar keine große Fläche in Anspruch nahmen allerdings umso grauenhafter waren. In seinem Buch, bietet er all seinen Lesern die Möglichkeit in subjektiv in die Psyche der Menschen damals einzutauchen und sich einen Blick auf die damalige Situation zu verschaffen, wie zB. der Kampf um Nahrung und die Lebenserhaltung.

Der Mensch wird im Konzentrationslager nur zu einer Nummer und er legt nach und nach seine menschlichen Charaktereigenschaften ab und es beginnt ein Kampf jeder gegen jeden. Um so lang wie möglich in so einer Anstalt zu überleben, mussten sich die Gefangenen immer wieder erneut in Selektionen beweisen. Die Alten und Schwachen wurden meistens aussortiert und in die Gashölle geschickt. Um diesen Kampf lang genug auszuhalten musste man nicht nur stark und arbeitsfähig sein, nein man musste auch skrupellos sein und eine gewisse Gewalttätigkeit an den Tag legen, denn nicht nur die guten Menschen waren prädestiniert sondern es war meist so dass die anpassungsfähigsten Menschen am ehesten überlebten.

Anfangs wollte sogar Viktor E. Frankl dass sein Buch mit seiner Häftlingsnummer anstatt seines Namens als Herausgeber erscheint allerdings, schlussendlich ließ er sich aber trotzdem davon überzeugen, dass das Bekenntnis den Wert einer Erkenntnis aufwerte.

Um das Erlebte und die Psyche eines KZ-Häftlings, dem gewöhnlichen Menschen etwas näher zu bringen, hat Viktor E. Frankl das Buch in 3 Phasen aufgegliedert.

  1. Phase: Aufnahme ins Lager
  2. Phase: Lagerleben
  3. Phase: Entlassung

Die erste Phase ist gekennzeichnet durch das, was man als Aufnahmeschock bezeichnen könnte; durch den menschenunwürdigen Transport in das Lager. Es kann auch während der formalen Aufnahme dieser Schock auftreten. Mehrere Nächte und Tage ist der Transport von 1500 Personen unterwegs – in einem Zug, in dessen Waggons je 80 Menschen auf ihrem Gepäck herumliegen, und zwar so, dass gerade noch der oberste Teil der Coupefenster von den aufgestapelten Rucksäcken, Taschen usw. frei ist und eine Sicht in die frühe Morgendämmerung erlaubt.

Im Glauben, dass die Häftlinge in einen Rüstungsbetrieb deportiert werden, spielte sich jedoch alles relativ ruhig ab, bis nicht eine Tafel mit der Aufschrift „Ausschwitz“ vorbei ziehte. Den Insassen des Zuges blieb fast das Herz stehen, denn sie wussten dass dieser Ort der Inbegriff von Gaskammern, Krematoriumsöfen und Massentötungen war. Wegen der großen Fläche die dieser Ort für sich in Anspruch nahm, wirkte er noch grausamer und gepaart mit optischen Reizen, traten auch akustische Reize in Form von grellen Kommandopfiffen und Menschengeschrei auf.

Die Türen gingen auf und die Menschen wurden wie eine Viehherde heraus getrieben. Die Neuankömmlinge wurden von gut ernährten und noch gut aussehenden eigens selektierten Häftlingen empfangen, was bei den neuen Häftlingen eine willkommene Hoffnung darstellte. Ein erster Optimismus kauf auf, der sich darauf stützte, dass es Angesichts dieser wohlgenährten Leute wohl doch nicht so schlimm sei. Dieses Phänomen lässt sich mit dem Krankheitsbild des sogenannten Begnadigungswahn vergleichen. Der zu Tode verurteilte hofft noch bis zur letzten Sekunde dass er begnadigt wird und doch überlebt. Auch diese Häftlinge schützten sich, indem sie sich durch banale optische Täuschungen ablenken ließen.  Bei ihrer Ankunft nahm man den Häftlingen sogar das letzte Stück weg, dass sie an ihr eigentliches Leben erinnerte, nämlich ihr Handgepäck. Danach waren diese Menschen nur noch irgendeine Nummer in einer Liste. Kein Eigentum mehr kein gar nichts und so wurden sie in ihre Baracke dirigiert. Frauen nach rechts und Männer nach links und so wurden sie auch von ihren Geliebten getrennt.

Nach dieser Trennung begann auch schon die erste Selektion. Der Zeigefinger des Kommandanten entschied über Leben und Tod. Für 90% der Neuankömmlinge war diese Selektion die erste und letzte. Dieser erste Tag der im Lager der sämtliche Charaktere eines Tötungslagers an den Tag legte, wurde allerdings von den Neuen nicht als wirklich wahrgenommen, noch immer hielten sie an der Hoffnung fest, alles sei bald vorbei. Erst als einer der ältesten Insassen mit den neuen Häftlingen ein „Aufklärungsgespräch“ hielt, wurde den Menschen klar in welcher aussichtslosen Situation sie sich eigentlich befinden.

Nun begannen sie zu verstehen. In dieser ersten Phase stellt sich auch heraus das die Lehrbücher der Mediziner lügen. Im KZ wird bewiesen, dass Menschen bei weitem mehr aushalten können, als man ihnen zutraut. Auch die These „der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ bewahrheitet sich hier. Es stellt sich heraus das Menschen länger ohne Schlaf auskommen als von den Ärzten angenommen. Auch die Lebenswichtige Kaloriengrenze wurde von Medizinern zu hoch hinauf geschraubt, ist es nämlich möglich mit einer Tasse Wassersuppe am Tag zu überleben. In dieser Phase wird bestätigt, dass der Mensch wahrhaftig das Wesen ist, welches sich unter bestimmten Umständen an alles gewöhnen kann.

In der zweiten Phase geschieht eine Wandlung. Diese Wandlung setzt nach wenigen Tagen nach der Ankunft ein. Nach dem ersten Stadium des Schocks schlittert der Häftling in das zweite Stadium hinein, das Stadium der Apathie. Der Häftling beginnt innerlich zu sterben. Seine Gemütsregungen werden abgetötet und alles welches im Lager passiert wird mit anderen Augen gesehen. Es wird nicht mehr wahrgenommen als Wirklichkeit. Auf der einen Seite ist hier die Sehnsucht nach den geliebten Menschen daheim, auf der anderen Seite der Ekel vor all der Hässlichkeit von der der Lagerinsasse umgeben wird. Durch das tägliche Mitansehen von Gewalttaten gewinnt die Brutalität eine gewisse Normalität, der Häftling wird abgehärtet, das Abtöten der normalen Gefühlsregungen schreitet weiter voran. Der Anblick wie Kameraden gequält und getötet werden, war anfangs unerträglich, doch nach einigen Wochen gewöhnt sich der Häftling daran. Er nimmt es gleichgültig da er innerlich bereits vollkommen abgestumpft ist. Leidende, Kranke, Tote, all dies gehört zum täglichen Bild im KZ begleitet vom Ekel, Grauen, Mitleid und Empörung. Der Insasse empfindet nicht mehr mit Gefühl sondern mit Gleichgültigkeit und Freude darüber nicht an der Stelle des Gepeinigten zu sein.

Der Häftling beginnt alles um sich herum zu entwerten, er macht dabei auch nicht vor der eigenen Person halt. Alle Werte stürzen bei diesem Vorgang mit seiner eigenen Person in einen Abgrund der Fragwürdigkeit herab. Diese entwerteten Suggestionen durch die Umwelt oder sich selbst, führt dazu das das eigene Ich eine Entwertung erfahren muss, das Subjekt verliert das Gefühl noch Mensch zu sein, geschweige denn ein Wesen mit innerer und geistiger Freiheit. Man empfindet sich lediglich noch als unbedeutender Teil einer noch unbedeutenderen großen Masse. Das Dasein fällt herab auf das Niveau eines Herdendaseins. Und auf diese Art und Weise wird der Häftling von den beaufsichtigenden Organen seiner Umwelt auch behandelt. Somit kennzeichnen Apathie, die Abstumpfung des Gemüts, die innere Wurstigkeit und das Gleichgültigwerden die zweite Phase. Diese Unempfindlichkeit ist die wertvollste Waffe gegen das permanente Geschlagenwerden des Häftlinge. Sie stellt die im Lageralltag höchst notwendige Panzerschicht dar, ohne die der Häftling leichte Beute wäre. Die Apathie als Hauptsyndrom der zweiten Phase ist ein notwendiger Schutzmechanismus der Psyche. Die Wirklichkeit wird abgeblendet und das gesamte Gefühlsleben konzentriert sich auf die Lebenserhaltung.

Für Viktor Frankl war es die Ungerechtigkeit bzw. die Grundlosigkeit seines Leidens welches er als den wesentlichen Schmerz ansah. Der seelische Schmerz und die Empörung darüber waren es die Frankl am meisten weh taten. Aber auch der Hohn der den Schlägen folgte war schwer zu ertragen.

In dieser zweiten Phase litt Frankl und fast alle weiteren Insassen bereits an schweren Hungerödemen. Umso größer war seine Freude, wie er als Leibseelenarzt des Herrn Capo berufen wurde. Diese Stellung brachte im nämlich etwas mehr Nahrung als üblich. Gezwungen sie zu bestehen ist der Häftling auch in der dritten Phase. Sie ist zwar weniger facettenreich als die erste und vor allem die zweite Phase, doch wird sie ebenfalls in seelischer Hochspannung durchlaufen, bei welcher dann die  totale Entspannung folgt. Dieses Befreiungserlebnis kann freilich nicht objektiv geschildert werden und besteht deshalb aus einer persönlichen Darstellung Viktor Frankls. Die dritte Phase wird der Erscheinung der typischen weißen Flagge eingeläutet, die das Ende des verlorenen Kriegs artikuliert.

Wer nun denkt ab diesem Zeitpunkt machte sich riesengroße Freude breit der täuscht sich. Mit müden Schritten, getragen von noch müderen Beinen, schleppten sich die Häftlinge zum Lagertor vor, um erstmalig die Umgebung des Lagers zu erkunden. Zum ersten Mal, gehen sie diesen Weg ohne Angst vor dem Tod durch Erschießung haben zu müssen. Sie sind nun freie Menschen, können dies aber nach jahrelangem Aufenthalt in einem Tötungslager weder fassen noch realisieren. Sie haben lange von der Freiheit geträumt, dass sie sich schwer vorstellen können, diesen abgegriffenen Begriff nun endlich bewusst zu erleben. Noch dringt die Wirklichkeit nicht recht in das Bewusstsein vor. Man nimmt dieses erlösende Schreiten auf der Wiese vor dem Lagertor, zwar zur Kenntnis, aber nicht zum Gefühl. Noch macht die Welt keinen Eindruck, man muss erst wieder lernen sich zu freuen, denn das hat man buchstäblich verlernt. Was die Häftlinge während dieser Phase erleben würde der Psychologe als Depersonalisation bezeichnen. Alles erschien unwirklich und unwahrscheinlich, der Häftling fühlt sich wie in einem Traum.

Solange hat man sich auf diesen Tag gefreut, sosehr hat man sich danach gesehnt, doch ist er viel zu rasch Wirklichkeit geworden. Die Seele tut sich schwer, nach jahrelanger Folter plötzlich, sämtliche Reize, die mit dem Freiheitsbegriff in Verbindung stehen, zu verarbeiten. Der Körper jedoch baut seine Hemmungen etwas schneller ab, als die Seele. Von der ersten Möglichkeit an, beginnt der Entlassenen zu essen. Er isst stundenlang, tagelang und sogar Nächte lang, so groß ist sein Kalorien Defizit. Der zweite Drang unter dem der Ex-Häftling steht, ist der Drang zu erzählen. Er beginnt bei nächster Gelegenheit zu erzählen, stundenlang. Der jahrelange Druck der auf ihm lastete, wird durch dieses zwanghafte erzählen abgelassen.

Nach der Befreiung und wegen der plötzlichen Druckentlassung, zeigen sich jedoch gewisse Gefahren in seelischer Beziehung, die mit der Caisson-Krankheit verglichen werden können. Durch die plötzliche Druckentlassung der Seele des Menschen, kann er bestimmte Schäden davontragen. Gerade bei primiveren Individuen kann man während dieser Phase oft beobachten, dass sie nach wie vor in ihrer seelischen Einstellung unter der Kategorie der Macht und Gewalt verharren, nur das sie in dieser neuen Situation diejenigen darstellen, die ihr Macht, ihre Freiheit hemmungslos und bedenkenlos nutzen dürfen. Diese Menschen tun Unrechtes, weil sie selber Unrechtes erfahren mussten und dieses als Entschuldigung für ihr Fehlverhalten heranziehen. Sie denken, dass nicht was sie unrechtes tun könnten, mit dem gleichgestellt werden könnte, welches sie erfahren mussten und somit gerechtfertigt sei. Doch eines könnte den Entlassenen noch gefährlicher werden, nämlich die Verbitterung und die Enttäuschung des Häftlings, der als freier Mensch in sein altes Leben zurückkehren möchte.

Hier ist es die Ignoranz der Umwelt und der Gesellschaft die dem Häftling zu schaffen macht. Die Menschen daheim begegnen ihm mit Achselzucken oder üblichen Redewendungen wie:“ wir haben von nichts gewusst..“ oder “ wir haben auch gelitten“. Dann drängt sich dem Ex-Häftling die Frage auf, wozu er das alles erdulden musste. Diese beiden Grunderlebnisse können den Entlassenen schwerwiegend deformieren und seelisch gefährden. Noch schlimmer wird es, möchte der Befreite seinen geliebten Menschen aufsuchen, der geliebte Mensch vom dem er im Traum tausendmal geträumt hatte, und der ihm einen weiteren Sinn im trostlosen Alltag gab. Gekrönt wird aber all dieses Erleben des heimkehrenden Menschen von dem köstlichen Gefühl, nach all dem Erlittenen nichts mehr auf der Welt fürchten zu müssen!

Mich persönlich hat das Buch sehr berührt und ich konnte mich in die geschriebenen Zeilen Frankls richtig gut hinein versetzen. Es gab Kapitel bzw. Sätze die wirklich sehr stark auf mich eingewirkt haben und mir wiedermal verdeutlicht haben, wie sehr und wie stark ein Mensch sein kann wenn er einen Sinn im Leben sieht und wozu er im Stande ist. Frankl hat trotz seiner schweren Krankheit, es sogar geschafft ein Buch über sein dort erlebtes Leben zu schreiben und dies alles unter solchen Umständen. Dieses Buch verdient meines Erachtens jeden Respekt und ich kann es jedem empfehlen, denn es ist sehr gut geschrieben sodass sich der Leser tatsächlich subjektiv in die Psyche der damals leidenden Häftlinge hinein versetzen kann.

Ernstnehmen Zutrauen Verstehen

Autorin: Marlies Pörtner

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Jasmin Fitz

 

Das Werk „Ernstnehmen Zutrauen Verstehen“ von Marlies Pörtner beschreibt eine personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig behinderten und pflegebedürftigen Menschen.

Es ist mir in diesem Rahmen nicht möglich, auf alle Kapitel detailliert einzugehen und möchte mich auf das vierte Kapitel „Richtlinien für den Alltag“ und auf das sechste Kapitel „Auswirkungen für die Betreuenden“ konzentrieren.

In der personzentrierten Arbeit gibt es „Richtlinien für den Alltag“, bei denen es sich allerdings nicht um ein unveränderliches Konzept handelt, sondern um eine Orientierungshilfe, bei der beachtet werden muss, was sie in der konkreten Situation (sprich Person, Rahmenbedingungen, Gegebenheiten, usw.) bedeutet. In der Arbeit erfolgreich umgesetzt können diese Richtlinien nur durch ein wahrhaftiges Interesse am Menschen werden.

Folglich ist Zuhören die Grundlage der personzentrierten Haltung. Das umfasst nicht nur das verbal ausgedrückte, sondern bedeutet, auf alle Ausdrücke zu achten und sich in das Leben der Person einzufühlen. (vgl. Pörtner 2014, 51)

Es ist notwendig, den Menschen und das, was gerade da ist ernst zu nehmen. Auch dann, wenn es einem gar unwahrscheinlich erscheint. Oftmals ist es nicht relevant, ob die Geschichten stimmen. Relevant ist, dass es für diesen Menschen in diesem Moment wichtig ist das zu erzählen. Möglicherweise ist es eine Metapher für etwas, das sonst nicht zum Ausdruck gebracht werden kann.

Zum Ernstnehmen gehört auch der Grundsatz, dass niemals über, sondern mit anwesenden Personen gesprochen wird. (vgl. Pörtner 2014, 53f)

Ein weiterer bedeutsamer Bestandteil ist die Förderung ihres Bezuges zur Realität. Dafür ist es hilfreich von der Normalsituation auszugehen. Denn oftmals werden Eigenheiten oder Abweichungen von der Norm der Behinderung zugeschrieben, anstatt in Betracht zu ziehen, dass es sich einfach um Persönlichkeitsmerkmale handeln könnte.

Ebenso ist es wichtig, sich nicht auf das Bild, welches man von einer Person hat zu versteifen, sondern in Betracht zu ziehen, dass Aussagen und Verhalten, welche nicht dem, von der Person Gewohnten entsprechen, durchaus real sein können.

Insgesamt geht es also darum beim Naheliegenden zu bleiben. Sprich nicht zu interpretieren, oder die Erklärung in der Behinderung zu suchen, sondern genau bei dem zu bleiben, was der Mensch ausdrückt. (vgl. Pörtner 2014, 55-57)

Der Abschnitt „Nicht ständig auf das „Symptom“ starren“ beschäftigt damit, dass bei Menschen die „schwierig“ sind, die Bezugspersonen dazu neigen, sich auf das Problemverhalten zu konzentrieren. Dadurch liegt der Fokus auf dem Symptom und die Person wird immer mehr darauf reduziert. Das kann zu einer Identifikation mit diesem Problem führen. Es ist notwendig, den Blick darauf zu richten, was sonst noch da ist und Möglichkeiten zu schaffen, in denen dieser Mensch andere Erfahrungen machen kann. Dadurch werden Veränderungen schrittweise möglich. (vgl. Pörtner 2014, 65)

Als Folge von weitgehend fremdbestimmtem Leben entwickelt sich oftmals ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit. Dieses Bedürfnis kann nicht nur bei Menschen, welche dieses Einfordern vorhanden sein, sondern auch bei Menschen, welche sich angepasst zeigen. Die Bezugspersonen sollten ein Bewusstsein dafür haben, dass beeinträchtigten Menschen weniger Spielraum für Entscheidungen zur Verfügung steht und dadurch „kleine“ Entscheidungen sehr wichtig sein können.

„Eigenständig handeln heißt immer auch Verantwortung für sich übernehmen.“ (Pörtner, 2014, 67)

Diese Eigenständigkeit sollte – wo und wann immer möglich – den betroffenen Personen gegeben werden. Das beinhaltet, dass ihr Verhalten akzeptiert und respektiert wird, auch wenn es nicht dem Ideal der Bezugsperson entspricht. (Marlis Pörtner 2014, 66f)

Eigenständigkeit fördern heißt Wahlmöglichkeiten geben. Wichtig dabei ist, dass reale Entscheidungsmöglichkeiten geboten werden. Das bedeutet, sich vorher zu überlegen, ob der Betroffene tatsächlich ein Mitspracherecht hat und seine Entscheidung auch wirklich berücksichtigt werden kann. Wahlmöglichkeiten sollten individuell an eine Person angepasst sein, also nicht überfordern und für sie überschaubar und sinnvoll sein. (vgl. Pörtner 2014, 71)

Es notwendig, die betroffenen Menschen klar zu infomieren. Das kann dann stattfinden, wenn die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten klar sind. Also als Erstes für die BetreuerInnen, und im zweiten Schritt für die Betroffenen. Klar informiert sein ist wichtig, um Wahlmöglichkeiten wahrnehmen zu können. Genauso steht es jedem Menschen zu, auch in Alltagssituationen darüber informiert zu sein, was geschieht und was sich verändert. Nicht alle Mitteilungen, über beispielsweise eine Veränderung in der Tagesstruktur, werden gut aufgenommen und können Gefühle wie Wut, Verunsicherung oder Angst auslösen. Es ist wichtig, auf diese Gefühle einzugehen. Dabei soll klar sein, dass der Rahmen nicht verändert werden kann, sie aber ernst genommen werden. (vgl. Pörtner 2014, 75f)

Auf Gefühle und Wünsche einzugehen erfordert es konkret zu bleiben und herauszufinden, welches Anliegen dahinter steht. Bei Beschwerden oder scheinbar nicht erfüllbaren Wünschen sollte gemeinsam, mit der betroffenen Person, herausgefunden werden, welche konkreten Bedürfnisse dahinter stecken. Oftmals können einzelne Aspekte berücksichtigt werden und Lösungen bzw. Teillösungen entstehen, welche Entlastung bringen. Die Suche nach etwas Konkretem wirkt auch entwicklungsfördernd. Teilweise wird erst klar, worum es eigentlich geht, wenn gemeinsam danach geforscht wird. (vgl. Pörtner 2014, 77-79)

„Die „Sprache“ des Gegenübers finden“ schafft die Voraussetzung um Kontakt möglich werden zu lassen. Es reicht nicht aus, die Sprache des Gegenübers zu verstehen, BetreuerInnen müssen sich auch so ausdrücken, dass sie verstanden werden. Diese Sprache beinhaltet nicht nur das gesprochene Wort, sondern bezieht sich auf die gesamte Ausdrucksweise eines Menschen. So kann es gelingen, Dinge begreiflich und nachvollziehbar zu machen. Diese können somit tatsächlich aufgenommen und verstanden werden. (vgl. Pörtner 2014, 80f)

Um Probleme lösen oder zumindest Verbesserung schaffen zu können muss der eigene Anteil erkannt werden. Alle Beteiligten, auch die BetreuerInnen tragen ihren Teil zu einer Situation bei. Durch die Sicht auf denen eigenen Anteil können Handlungsalternativen erkennt werden. Es gibt immer irgendetwas, das am eigenen Verhalten verändert werden kann. Diese Veränderung kann eine Chance für das Gegenüber sein. Vielleicht wird es diesem Gegenüber dadurch auch Möglich, etwas am eigenen Verhalten zu ändern. Jedenfalls ist das Bewusstsein um den eigenen Anteil für die Betreuenden hilfreich, denn die Situation kann sie dadurch für sich erträglicher gestalten, was sich wiederum auf alle auswirkt. (vgl. Pörtner 2014, 82-84)

Das sechste Kapitel „Auswirkungen für die Betreuenden“ beschäftigt sich zunächst mit der Beziehung zu den KlientInnen.

Die Beziehung der BetreuerIn zur KlientIn beruht auf Empathie, Wertschätzung und Kongruenz. Dazu gehört, dass diese Beziehung für alle Beteiligten durchschaubar ist.

„Kongruenz bedeutet unter anderem auch, den beruflichen Rahmen nicht zu verwischen.“ (Pörtner 2014, 112)

Es geht um das Wohl der Klienten. Konkret heißt das jetzt: die Bedürfnisse der Klienten stehen im Vordergrund und ihre Lebensbereiche werden darauf abgestimmt. Für die Betreuenden ist es ihr Arbeitsbereich und ihr privates Leben findet wo anders statt. Dafür herrscht oftmals zu wenig Klarheit. Wenn Betreuende diese Bereiche vermischen, zu persönliche Beziehungen aufbauen oder in der Beziehung zu ihren KlientInnen eigene unerfüllte Bedürfnisse ausleben, dann ist das missbräuchliches Verhalten. Dies führt zum einen dazu, dass Bezugspersonen schnell ausgebrannt sind, und zum anderen dazu, dass die betroffenen Menschen Enttäuschung und ungünstige Beziehungserfahrungen erleben müssen. Für alle Beteiligten muss klar sein, dass es sich um eine berufliche Beziehung handelt.

Professionelles Arbeiten bedeutet also, diese dem Rahmen und der Funktion anzumessen, dass die Bedürfnisse der KlientInnen in den Vordergrund und eigene beiseite gestellt werden.

Außerdem ist es wichtig, dass es ein konstantes Beziehungsangebot gibt und die Menschen darauf vertrauen können, „daß alle Mitarbeitenden im gleichen Sinn arbeiten“, wodurch ein Wechsel der Betreuungsperson besser verkraftet werden kann.

(vgl. Pörtner 2014, 110-113)

Zu den Anforderungen personzentrierten Arbeitens gehört auch das Ermöglichen. „Je entbehrlicher der Betreuer erscheint, desto besser ist seine Arbeit. Nicht das, was er sichtbar tut, ist entscheidend, sondern das, was er den Menschen, die er betreut, ermöglicht.“ (Pörtner 2014, 114)

Der Gewinn der personzentrierten Haltung zeigt sich auf mehreren Ebenen. Die KlientInnen sind zufriedener und kooperativer, wenn sie sich verstanden fühlen. Das wiederum schafft Erleichterung bei den Bezugspersonen.

Außerdem ist es wahrscheinlich auch wirtschaftlich sinnvoll. Vermutlich wird im Endeffekt sogar weniger Zeit gebraucht, wenn personzentriert gearbeitet wird. Zumindest kann darauf geachtet werden, wie Zeit sinnvoll investiert werden kann und wo unnötigerweise Ressourcen verschwendet werden.

Für die Bezugspersonen ist die nötige Auseinandersetzung mit sich selbst zugleich eine Chance für Persönlichkeitsentwicklung. (vgl. Pörtner 2014, 120-122)

„Die personzentrierte Haltung ist nicht nur gegenüber anderen Menschen wirksam, sondern auch in der Beziehung zu sich selber.“ (Pörtner 2014,  120)

Fazit

„Ernstnehmen Zutauen Verstehen“ ist ein interessantes, aufschlussreiches und empfehlenswertes Buch. Es ist in einfacher Sprache gehalten, bringt alles auf den Punkt und kann ohne spezielle Vorkenntnisse dazugehöriger Fachsprache gelesen werden.

Marlis Pörtner schreibt auf eine, mich sehr ansprechende, Art und Weise. Sie scheint die Gabe zu haben, in vielen einzelnen Sätzen deren Wichtigkeit hervorzuheben, in einer Formulierung, als würde sie es laut erzählen. Dabei ist beim geschriebenen Wort immer klar, wie was gemeint ist.

Stellenweise wurde das Werk etwas zäh, da sie sich bei gewissen Teilen ständig wiederholt hat. Beispielsweises die drei Hauptpfeiler, so wichtig wie das Verständnis dafür ist, werden sehr oft beschrieben.

Die einzelnen Abschnitte im Buch sind jeweils mit sehr passenden und hilfreichen Fallbeispielen veranschaulicht.

Es befinden sich auch so genannte „Leitfäden“ darin. Ein Leitfaden listet „Handlungsgrundlagen“ auf, ein weiterer „Richtlinien für den Alltag“, einer beschäftigt sich mit „den eigenen Anteil erkennen“ – im beruflichen, sowie im privaten Bereich. Auch ein Fragebogen zur „situationsbezogenen Selbstreflexion“ findet sich in diesen Leitfäden.

Ich empfinde diese Haltung, welche hauptsächlich auf die Lebenswelt behinderter und älterer Menschen bezogen wurde, als Lebensphilosophie, welche im Umgang mit allen Menschen, und allem voraus natürlich im Umgang mit sich selber gelebt werden kann.

Stressfood – mit Ernährung und Stressmanagement aus der Burn-out-Falle

AutorInnen: Dr. Ingrid Kiefer und Dr. Wolfgang Lalouschek

Kurzbeschreibung von Maria Scheiber

 

Inhaltsangabe

Als Einleitung zum Thema wird ein Stress-Kurz-Check vorgestellt, wie gestresst man gerade im Augenblick ist.

5 Fragen zur Befindlichkeit:

  • Ist Ihre Stirn gerunzelt?
  • Sind Ihre Augenbrauen zusammengezogen?
  • Ziehen Sie Ihre Schultern hoch?
  • Sind Ihre Arme oder Beine angespannt?
  • Bemerken Sie ein unangenehmes Gefühl an einer Stelle Ihres Körpers?

Es wird die Aufmerksamkeit auf den Körper gelenkt, um wahrzunehmen ob Anspannungen vorhanden sind.

Wie erleben wir Stress? Der Begriff Stress ist allgegenwärtig, einerseits in der Arbeit als Leistungsdruck, doch auch oft zu Hause als Zeitdruck nicht alles zu schaffen und manchmal auch als Freizeitstress.

Einige körperliche Zeichen und Symptome von Stress:

  • Müdigkeit
  • Herzklopfen
  • Schwächeanfälle
  • Sodbrennen
  • Häufiges Urinieren
  • Schlafschwierigkeiten

Einige psychische Zeichen:

  • Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • Wut
  • Feindseligkeit
  • Gefühl der Überforderung
  • Angst
  • Panik

Zum besseren Verständnis kann man zwischen Stressursache (Stressor) und der Antwort des Organismus darauf – der Stressreaktion – unterscheiden. Es gibt einen objektiven Stressverursacher, Bewertungsprozesse und dann die Reaktion. Die Stressoren können nach Herkunft und Art der Wahrnehmung in exogene und endogene Stressoren eingeteilt werden und noch unterteilt in sensorisch/psychisch und physisch/zellulär.

Am Beginn der Stressreaktion steht die Wahrnehmung und Bewertung eines Stressreizes durch das Nervensystem und das zweite Signalsystem ist das Hormonsystem. Zwischen Nervensystem und Hormonsystem existieren viele gegenseitige Wechselwirkungen und Steuerungsmechanismen.

Frauen und Männer reagieren im Großen und Ganzen sehr ähnlich auf Stress. Frauen schütten in bestimmten Stresssituationen Oxytocin aus, ein Hormon, das typisch weibliches Verhalten wie Beschwichtigen und Suchen von Sozialkontakten begünstigt. Frauen tendieren eher zur Strategie „tend und befriend“ (sich kümmern, behilflich sein), während Männer eher die „fight or flight“ (Kampf oder Flucht) – Reaktion zeigen.

Starker und/oder lang anhaltender Stress erhöht das Risiko vieler Erkrankungen. Außerdem bestehen nicht nur Wirkungen der Psyche  auf den Körper sondern auch umgekehrt, sodass die Entstehung von Krankheiten komplexen Wechselwirkungen unterliegen. Der Volksmund weiß oft genau, wie Organe sprechen. Zum Beispiel: „Mir bleibt die Luft weg!“ „Mir liegt etwas im Magen!“

Wenn der Stress zu viel wird, kann das in ein Burnout übergehen. Burnout ist gekennzeichnet durch drei bestimmende Faktoren, emotionale Erschöpfung,

Leistungseinbuße, negative Einstellung. Burnout-Symptome sind körperliche, wie Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit. Emotionale Symptome wie Nervosität, depressive Verstimmung. Geistige Symptome sind Konzentrationsschwierigkeiten, Verlust von Kreativität. Verhaltenstypische Symptome sind anfangs Hyperaktivität, später Alkoholkonsum und andere Süchte, Rückzug, Fehlleistungen.

Burnout ist ein schleichender, phasenhaft entstehender Prozess, man spricht auch von der Burnout-Spirale, die in 12 sich steigernde Phasen eingeteilt wird. Maßnahmen gegen Burnout sind berufsbezogene Maßnahmen, das soziale Umfeld muss einbezogen werden und eine Ich-Stärkung, wieder ein „Eigen-Leben“ zu führen, muss verfolgt werden.

Was also tun bei Stress? 

Wir leben in stressigen Zeiten, machen uns viel Stress aber auch selbst. Einige Gründe den Stress zu managen sind: bessere Gesundheit, ein wahrscheinlich längeres Leben, mehr Freude und Energie, Selbstbestimmtheit.

Als erste Maßnahme wird ein Stress-Fragebogen ausgefüllt, welche das Ausmaß des Stresses subjektiv und objektiv einschätzen zu können. Der nächste Fragebogen dient dem Aufspüren woher der Stress kommt. Und es wird eine persönliche Belastungshierarchie erstellt.

Zu den möglichen ersten Schritten dem Stress erfolgreich zu begegnen, zählen Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Massagen, Schütteln.

Die Entspannung des Körpers ist eine der besten Möglichkeiten auch den Geist zu entspannen. Dennoch gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten primär den Geist zu entspannen, wie die Methode „Tu etwas anderes!“ oder „Geh auf Gedankenreise!“ Dazu kommen Möglichkeiten sich durch Musik, Gerüche, Meditation und Biofeedback zu entspannen.

Auch eine bessere Organisation des Alltags zur Stressreduktion wird empfohlen. Dazu zählt auch das Zeitmanagement, Delegieren von Aufgaben, andere als übliche Aktivitäten und natürlich Bewegung.

Nicht zu vergessen ausreichender und erholsamer Schlaf.

Auch die emotionale und geistige Bewertung eines Stressreizes kann geändert werden. Durch Aufspüren von lang gewohnten oder angelernten Gedankenmustern, die negativ auf uns wirken. Auch durch bewusstes Nein-Sagen kann Stress reduziert werden.

Bei den meisten Menschen ändert sich das Essverhalten, wenn sie unter Belastung stehen und zwar abhängig von der Art und auch der Intensität der Belastung.

Es gibt „Stresshungerer“ und „Stressesser“. Besonders starke Stressreize oder intensive

Emotionen hemmen üblicherweise das Essverhalten. So können viele Menschen beim Verlust von Partnern oder Familienangehörigen manchmal lange nichts essen. Zusätzlich zur Appetitlosigkeit führt Traurigkeit auch noch dazu, dass das Essen einfach nicht schmeckt. Aber auch positive Emotionen wie beispielsweise Verliebtsein können die Nahrungsaufnahme blockieren.

Bei Stressessern führen vor allem negative Emotionen zum Essen. Bereits sehr früh erlernen diese Menschen, dass Essen nicht nur sättigt, sondern auch tröstet, beruhigt, eine Belohnung darstellt.

Stress macht hungrig und nimmersatt! Sättigung und Sattheit sind zwei körperlich unterschiedliche Phänomene. Sättigung bedeutet dass man eine Mahlzeit beendet, hauptsächlich aufgrund der Magenfüllung. Sattheit beschreibt aber ein länger wirkendes Ereignis. Sattheit beginnt erst mit Einsetzen der Verdauungstätigkeit im Darm, wenn Stoffwechselprodukte in den Kreislauf gelangen und entweder direkt oder indirekt über eine ganze Reihe von Hormonen Sattheit signalisieren. Dieser Zustand bleibt dann länger aufrecht und setzt erst 10 bis 15 Minuten nach Beginn der Nahrungsaufnahme ein. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mahlzeitaufnahme üblicherweise schon beendet. Stressreize beeinflussen nun zusätzlich die Sättigungsregulation. Hunger und Sättigung werden schlechter wahrgenommen. Dadurch wird von Stressessern zu viel und oft das Falsche gegessen. Das erzeugt oft noch psychischen Stress, weil man zunimmt.

Ist Stress ein Dickmacher?

Für Stressesser ist Stress tatsächlich ein Dickmacher, insbesondere für die, die sich mit Essen entspannen. Sie nehmen in der Regel zu viel an Energie auf, die dann unweigerlich in Fett umgewandelt und als lästige Fettpölsterchen gespeichert wird. Zusätzlich gibt es mittlerweile Hinweise, dass Dauerstress durch die erhöhten Cortisolwerte, aber auch durch den Botenstoff Neuropeptid Y zu einer Gewichtszunahme führt. Stress allein macht nicht übergewichtig, sondern der Einfluss von Stress auf die Nahrungsaufnahme und somit auf die Kalorienzufuhr.

Zeitdruck lässt zu Fast Food greifen und macht inaktiv. Es wird vorwiegend zu schnell verfügbarem Essen gegriffen. Auch unter Zeitdruck sollte Essen so wichtig sein, dass man nicht nebenbei isst, wahllos Nahrungsmittel in sich hineinstopft und auch etwas Zeit für die richtige Auswahl hat. Mit Essen entkommt man dem Stress nicht. Stressbedingte Essattacken sind bei Frauen häufiger als bei Männern zu beobachten. Frau isst sich sozusagen aus einer stressigen Situation heraus.

Letztendlich ist der Effekt aber nur kurzfristig, meist ärgert frau sich über die unkontrollierte, viel zu üppige Nahrungsaufnahme, dieser Ärger stresst dann wieder und es entsteht ein Kreislauf, aus dem man nur mehr schwer entkommt.

Stressesser essen schneller, kauen weniger und nehmen größere Bissen zu sich. Man achtet weniger auf Genuss, bzw. Geschmack. Es geht nur darum, dass man sich selbst füttert. Gegensteuern kann man durch achtsames, langsames und bewusstes Essen und durch sorgfältiges Kauen. Auch die richtige Versorgung mit Nährstoffen beugt

Stressattacken vor. Die Nahrungsauswahl entscheidet, ob man nach dem Stress schnell wieder entspannt oder in der Stressfalle bleibt.

Es werden die geeigneten Nährstoffe beschrieben und auch die richtige Auswahl von Getränken. Kräuter gegen Stress, wie Baldrian, Hopfen, Melisse werden empfohlen.

Ginseng und Ingwer gelten als Anti-Stress-Pflanzen.

Stressfood

Essen für mehr Gelassenheit. Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die bei Stress sehr wichtig sind. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass eine Ernährungsumstellung am

Arbeitsplatz von Sandwiches, Pommes frites, Süßigkeiten und Kaffee auf Obst, Salat,

Nüsse, Jogurt und Wasser bereits nach kurzer Zeit zu mehr Wohlbefinden und Ausgeglichenheit führt.

Im Buch ist auch ein Rezeptteil enthalten.

Die beste Form der Stressbewältigung ist Bewegung und nicht essen! Während einer Stressreaktion werden Reserven mobilisiert um sich auf einen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten. Diese sollten wieder abgebaut werden. Die beste Methode dafür ist und bleibt Bewegung in jeder Form.

 

Zu den Autoren

Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer ist Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitspsychologin.

Sie ist Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention und der

Unternehmenskommunikation der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), Österreichs bekannteste Ernährungsexpertin und Autorin zahlreicher Bücher im Kneipp-Verlag.

 

Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Lalouschek ist Leiter des Interdisziplinären

Gesundheitszentrum – „The Tree“; Neurologie/Psychiatrie – Psychosomatik –

Psychotherapie – Coaching für Stressassoziierte Erkrankungen – Burnout,

Schlafstörungen, Schmerz, Analyse der Stressregulation und Regenerationsfähigkeit

 

Persönliche Meinung

Das Buch „Stressfood – Mit Ernährung und Stressmanagement aus der Burnout-Falle“ ist sehr gut strukturiert und übersichtlich gegliedert. Die einzelnen Kapitel sind grafisch aufbereitet und bieten schnelles Überfliegen und man kann auch nur einzelne Kapitel schnell sinnvoll erfassen.

Vom Inhalt wird ein Bogen gespannt von Fragen, wie „Was ist Stress überhaupt?“, woher kommt Stress, wie ist meine persönliche Einschätzung und wie könnte mein Stressmanagement aussehen.

Dazu sind Fragebögen jeweils zum Thema auszufüllen und nachfolgend werden

Lösungsvorschläge gemacht. Für mich besonders interessant ist die Einbeziehung der Ernährung. Es werden sehr ausführlich die Stresstypen bezüglich Ernährung erklärt und die Wichtigkeit der  Nährstoffaufnahme. Auch wird auf Stresshormone und Botenstoffe eingegangen. Damit bekommt man ein weiter gefasstes Bild von den Auswirkungen von Stress. Ich konnte daher schnell und sinnvoll erfassen, dass eine Ernährungsumstellung sehr wirkungsvoll unterstützen kann bei starkem und/oder langanhaltendem Stress. Die konkreten Rezepte sind bildhaft dargestellt und nicht sehr zeitaufwendig zuzubereiten.

Es ist ein sehr interessantes und aufschlussreiches Buch. Es versorgt mit den nötigen Informationen und beschreibt auch detailliert und praxisbezogen Lösungsvorschläge.

Teilnehmer-Feedbacks

 

Barabara Pachl Eberhart Bestseller Autorin „Vier minus drei“

Barbara Pachl Eberhart

Wenn man wie ich schon viele Ausbildungen gemacht hat, gibt man sich nur mehr mit dem besten zufrieden.
Die Besten im Bereich der Lebens- und Sozialberatung, das sind
Helmut und Eva Siebenmorgen.

Ich war bei ihnen in der Ausbildung, und bei zwölf Wochenenden im Jahr hieß das:

Jedes Monat Weihnachten!

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