Energetische Selbstbehandlung – Durch Meridianklopfen traumatische Erfahrungen heilen

Autor: Fred P. Gallo

Verfasserin der Kurzbeschreibung: Sarah Lang

 

  1. Warum hast du diese Literatur gewählt?

Ich habe mich für diese Literatur entschieden, um die Methode der Energetischen Diagnostik und Behandlung nach Dr. Gallo zuerst an mir selbst kennen lernen zu können. Als ich das erste Mal als Klientin mit der energetischen Psychologie in Berührung kam, war ich zutiefst beeindruckt. Zirka ein halbes Jahr nach Ausbildungsbeginn fand ich mich in einer großen Krise wieder. Ich bat um eine Einzelselbsterfahrungsstunde und war, nachdem ich all das, was mich belastete, das erste Mal einer anderen Person offen und ehrlich erzählen konnte, selbst schockiert. Ich drehte mich schon viele Monate im Kreis, versuchte mir selbst zu helfen, mich zu analysieren, potentielle Wege aus meinem „Unglücklich sein“ rational zu planen und festzumachen, doch das half mir nicht sonderlich weiter. Mir wurden mit einem sehr direkten, aber unglaublich heilsamen Rat die Augen geöffnet: Ich musste mein Umfeld verlassen. Doch zuerst war es wichtig, etwas Kraft zu schöpfen, da ich zu der Zeit doch alle paar Wochen entzündete Atemwege hatte. Nach dieser Stunde bekam ich das Affirmationsprogramm zum energetischen Ausgleich als Notfallprogramm mit nachhause. Es fiel mir zwar anfangs schwer, all die Affirmationssätze zu sagen, doch ich war verblüfft, wie gut es mir tat. In weiteren Selbsterfahrungsstunden lernte ich dann die EDxTM nach Fred Gallo aus Sicht der Klientin noch besser kennen. Nach einiger Zeit konnte ich mich sogar Glaubenssätzen wie „Ich bin nichts wert. Ich bin einer zu viel.“ zuwenden und war verblüfft über die Wirkung der Methode.

Aus diesen Erfahrungen heraus entstand in mir der Wunsch, jene Methode so gut wie möglich zu erlernen, um mir vorerst selbst helfen und in weiterer Folge diese Methode auch bei zukünftigen Klienten anwenden zu können.

  1. Inhaltsbeschreibung

Im ersten Kapitel des Buches „Energetische Selbstbehandlung – Durch Meridianklopfen traumatische Erfahrungen heilen.“ wird der Begriff „Trauma“ genau erläutert, in den darauffolgenden Kapiteln wird auf die herkömmlichen bzw. bisherigen Möglichkeiten der Trauma-Behandlung näher eingegangen. Es werden Studien genannt, die die Wirksamkeit der Energetischen Psychologie bei der Trauma-Behandlung unterstreichen sollen. Das Kernstück des Buches besteht daraus, verschiedenste Techniken vorzustellen, Beispiele und Fallstudien zu erklären und den Leser bei seiner Selbstbehandlung anzuleiten. Unter den genannten Techniken befinden sich nicht nur Klopftechniken – die bei verschiedensten Ausmaßen der Traumatisierung anders angewendet bzw. erweitert werden – sondern auch Eye-Movement- und ähnliche Methoden.

 

  1. Persönliche Reflexion/Nutzbarkeit für mich/Weiterempfehlung

Ich persönlich habe auf zweierlei Weisen von diesem Buch profitiert. Auf der einen Seite konnte ich damit tatsächlich meinen Stress von traumatischen Erlebnissen senken und wieder zurück integrieren, sodass diese Erinnerungen nun keine Belastungen mehr für mich darstellen. Auf der anderen Seite wurde mir klar, dass ich diese Klopftechniken auch in Beratungseinheiten zur Stresssenkung einfließen lassen kann. Daher kann ich das Buch nur wärmstens weiterempfehlen. Ich arbeitete und „klopfte“ mich durch alle Übungen des Buches und war erstaunt, wie schnell so manche Belastung, die zuerst noch kaum auszuhalten war, sinken und sich quasi in Luft auflösen kann. Thematisch finde ich das Buch sehr gut gegliedert, da der Autor zuerst die Behandlungsmöglichkeiten von kleineren Traumata bzw. mittelmäßig belastenden Situationen beschreibt, um dann darauf aufbauend längere Behandlungssequenzen anzuleiten. Dies erleichtert meiner Erfahrung nach das Erlernen der Abläufe. Andererseits gab mir das schrittweise Ausprobieren der Techniken die Sicherheit, mich selbst auch an stärker belastende Themen heranzuwagen. Hierbei ist es mir wichtig festzuhalten, dass nicht alle Themen zur Selbstbehandlung geeignet sind, insbesondere, wenn sie hochgradig belasten. Meiner Meinung nach besteht hierbei immer die Gefahr der Retraumatisierung, die in einem Beratungssetting wohl eher verhindert werden kann. Doch auch bei höher belastenden Erlebnissen ließen sich die Methoden gut anwenden. Gerade hierbei ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, einen genauen Plan zu haben, an den man sich halten kann. Bei der schmerzhaften Erinnerung an einen Sturz, der mir unfassbar peinlich war, stellte ich mir leider kein detailliertes Programm zusammen. Dies hatte einen langen, unangenehmen Behandlungsprozess zur Folge, den ich lieber vermieden hätte. Da ich immer wieder zwischen den Rollen als Beraterin und Klientin wechseln musste, war es sehr anstrengend, so lange die Konzentration zu halten. Leider vergaß ich anfangs, als mein Stresslevel noch sehr hoch war, auf die Behandlung der massiven psychischen Umkehrungen, die das Weiterarbeiten ungemein erschwerten, wenn nicht sogar verhinderten. Nach deren Auflösung suchte ich mir die Anleitung der „Hochkomplexen Traumata Sequenz“ und konnte meinen Stress letztendlich doch erheblich senken.

Als neugierige Selbstanwenderin kann ich daher nur empfehlen, sich im Vorfeld einen ausführlichen „Fahrplan“ zurechtzulegen, um unangenehme, lange Behandlungen zu vermeiden. Außerdem muss mithilfe dieser Vorlage kaum mehr die Rolle des Klienten verlassen werden, wodurch eine „Doppelbelastung“ umgangen werden kann.

Da ich wissen wollte, ob ich diese Erfahrungen bereits genauso gut für ein Beratungssetting nutzen konnte, fragte ich eine Freundin, die sich eine Beratungsstunde bei mir gewünscht hatte, ob ich diese neu erlernten Klopftechniken in meine Beratung einfließen lassen darf. Als wir bereits bei der Zielarbeit waren, zeichneten sich immer mehr Befürchtungen und damit einhergehender Stress und Ängste ab. Ich griff zu meinem Buch und bat meine Klientin, mir die Punkte der MET (Mittellinientechnik) nach zu klopfen. Währenddessen ließ ich sie von ihren momentanen Ängsten und Stress erzählen. Nach einigen Klopfdurchgängen fragte ich sie nach ihrem momentanen Stresslevel, der sich zwischen 1 und 2 befand. Nachdem ich die „erweiterte Augenrolle“ angeleitet hatte, reduzierte sich ihr SUD (subjektiver Belastungsgrad) wieder auf 0. Somit war es der Klientin möglich, sich auf ihr Ziel und die Findung möglicher Lösungsansätze – die kaum bis keinen gegenwärtigen Stress verursachten – zu konzentrieren. Nach diesem Erfolgserlebnis waren meine Begeisterung und Neugier der EDxTM gegenüber nicht mehr zu bremsen. Um jene Methode so gut wie möglich zu erlernen, las ich des weiteren das Buch „Ja/Nein – so einfach kann das Leben sein“ von Uwe Albrecht und bekam die wunderbare Möglichkeit, von höhersemestrigen bzw. bereits diplomierten Lebens- und Sozialberaterinnen die Basics jener Methode im Einzelunterricht gelehrt zu bekommen.

Müsste ich mich zwischen den Büchern „Ja/Nein – so einfach kann das Leben sein.“ von Uwe Albrecht und „Energetische Selbstbehandlung“ von Fred Gallo entscheiden, so würde ich werdenden Lebens- und SozialberaterInnen eher das Buch von Fred Gallo nahelegen, da man die Übungen auch in Beratungen einfließen lassen kann. Zur Selbsterfahrung eignet sich das Buch von Uwe Albrecht allerdings genauso gut. Ich habe nicht nur spielerisch das Austesten von Lebensmitteln, Situationen – ja sogar Outfits, die ich tragen könnte – gelernt, sondern konnte mir mithilfe des Buches auch einige Themen zur persönlichen Entwicklung genauer ansehen. Das Lösen von Blockaden oder Behandeln von Traumata ist jedoch rein mit dem Wissen, das dieses Buch vermittelt, noch nicht möglich. Hierfür müsste auf andere Methoden, oder auf die Sequenzen von Fred Gallo‘s Buch zurückgegriffen werden. Die Arbeit mit Klienten wäre mir rein mit der Lektüre „Ja/Nein – so einfach kann das Leben sein.“ noch nicht möglich gewesen, außer ich hätte sie dazu angeleitet, an sich selbst gewisse Sätze zu testen. Ob dies tatsächlich erfolgsbringend gewesen wäre, kann ich leider nicht genau beurteilen, da ich es nicht versucht habe. Ich denke jedoch, dass das Testergebnis wohl häufig verzerrt gewesen wäre, da der Klient ja eher unter Beobachtung steht, als dass er ganz für sich, möglichst wertfrei, testen könnte. Eine weitere Behandlung eventuell ausgetesteter Problematiken hätte ich nur mithilfe dieses Buches nicht anbieten können.

Als Vorbereitung auf das Erlernen der EDxTM eignet sich Fred Gallo‘s Buch meiner Meinung nach ebenfalls ausgezeichnet. Übungen wie die 9-Gammut-Serie oder die erweiterte Augenrolle waren mir bereits bekannt, weshalb ich neue Inhalte einfacher erlernen konnte. In meinen ersten Lehreinheiten konnte ich mich daher umso mehr auf die verschiedenen Arten der Muskeltests sowie den Ablauf des Einstiegschecks und die dazugehörigen Behandlungen bei neurologischen Desorganisationen konzentrieren. Vor allem, als meine Aufmerksamkeit den massiven sowie den kriterienbezogenen psychischen Umkehrungen galt, war ich überaus froh darüber, die Mittellinientechnik sowie die Emotional Freedom Technique bereits aus meinen Selbststudien zu kennen. Dies erleichterte mir als Beraterin den weiteren Behandlungsablauf ungemein.

Selbst nach dem Erlernen der Module 1 und 2 der EDxTM gibt es durchaus Übungen, die ich zur Selbstbehandlung weiterhin heranziehen würde. Der „Unified Self Process“ beispielsweise ist eine ausführliche Behandlung, bei der verschiedenste Ressourcen zu einem „vereinigten Selbst“ aktiviert und verankert werden. Mithilfe dieser Verankerung kann dann das innere Kind in schwierigen oder prägenden Situationen geschützt und genährt werden.

Nach Erlernen der Module 1 bis 3 würde ich als Beraterin wahrscheinliche keine der Behandlungssequenzen mehr in Settings mit Klienten verwenden, da nun das Austesten der individuellen Punkte zur Lösung eines ganz speziellen Problems möglich ist.  In der Arbeit mit Gruppen würden sich allerdings einige Sequenzen zur Stressreduktion anbieten. Unter anderem das „HELP“-Programm, das auch in Modul 1 bzw. 2 gelehrt wird, lässt sich gut in Seminaren beispielsweise zur Entspannung einsetzen. Daher kann ich das Buch auch jenen Lebens- und SozialberaterInnen empfehlen, die die Basics der EDxTM erlernen werden und mit Gruppen arbeiten möchten.

Zusammenfassend kann ich das Buch von Fred Gallo an alle weiterempfehlen, die sich mit der Energetischen Psychologie vertraut machen wollen. Zur Aufarbeitung von diversen Traumata lässt sich das Buch ebenfalls wunderbar verwenden, jedoch ist eine gute Vorbereitung eine wichtige Voraussetzung zur Selbstbehandlung. Darüber hinaus sollte sich der Leser darüber bewusst sein, welche Themen besser mit einem Berater oder Therapeuten besprochen werden sollten, um eine Retraumatisierung zu verhindern. Abschließend möchte ich sagen, dass sich dieses Buch sehr gut als Vorbereitung auf die EDxTM eignet und den Leser mithilfe der Anleitung von so manchen emotionalen Belastungen befreien kann. Daher kann ich es nur wärmstens allen werdenden Lebens- und SozialberaterInnen weiterempfehlen, die zusätzlich zu ihrer Ausbildung eine Art der Stressreduktion kennenlernen und an sich selbst anwenden möchten.