Lerne dich selbst zu lieben, dann liebt dich das Leben.

Autorin: Sabine Standenat

Kurzbeschreibung von Manuela Fischer

 

1) Über die Autorin und warum ich diese Literatur gewählt habe:

Die Autorin dieses Buches ist Klinische Psychologin in Wien, die am liebsten mit der Behandlungsmethode >Selbstliebe< arbeitet.

Frau Mag. Standenat verbrachte selbst einen großen Teil ihres Lebens mit Panikattacken, Depressionen, immer wiederkehrenden Migräneanfällen, nahezu ständigen Rücken- und Nackenschmerzen und Hautausschlägen mit quälenden Juckreiz am ganzen Körper, Übelkeit und Darmprobleme machten den Alltag zur Qual. Da sie nie wusste, wann die nächste Panikattacke sie überrollen würde, vermied sie alles, was war: allein auf die Straße gehen, Lokale, Kino, öffentliche Verkehrsmittel, Ausflüge und mit der Zeit auch jede andere Unternehmung. Spaß, Freude und Entspannung existierten nicht, weil sie nur noch damit beschäftigt war zu überleben. Es gab sogar Zeiten, in denen Angst, Panik und körperliche Beschwerden so stark waren, dass sie ihre Wohnung nicht verlassen konnte.

Sie machte Therapien der verschiedensten Art, aber keine >Methode< konnte ihr helfen. Als sie eines Abends völlig verzweifelt im Bett lag, fragte sie sich laut: >Wie kann ich diesen furchtbaren Schmerz beenden?< Und die Antwort ihrer inneren Stimme kam glasklar: >Liebe dich selbst!<

Diese Frage habe auch ich mich oft- nach fehlgeschlagenen Therapien- gefragt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich die Antwort meiner inneren Stimme nicht gehört, oder nur nicht >auf sie< gehört habe. Doch nun bin ich fest entschlossen und fühle mich bereit, an der >Liebe zu mir selbst< zu arbeiten. Weil ich mir sicher bin, dass ich es mit Hilfe von Frau Mag. Standenat, die ich auch schon persönlich kennen lernen durfte, schaffen werde, habe ich dieses Buch gewählt.

Das Buch beschreibt natürlich nur >theoretisch,< wie man lernt sich selbst zu lieben. Dass sich >nur durch das Lesen< aber nicht viel ändern wird, dessen bin ich mir bewusst. Der (zumindest für mich) schwierige Teil der Umsetzung wird meine >ganz persönliche Projektarbeit.<

2) Inhalt des Buches: Zu Beginn des Buches kann man herausfinden, wie es um seine Selbstliebe bestellt ist, indem man folgende Fragen beantwortet:

Liebe und respektiere ich mich oder sind nur die Bedürfnisse anderer wichtig?

-Quäle ich mich mit übertriebenen Selbstzweifeln?

-Missbrauche ich meinen Körper durch falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, zu wenig Ruhe, zu viel Alkohol und Nikotin?

-Gibt es Erfahrungen in meinem Leben, über die ich glaube, nicht hinwegkommen zu können?

-Schlucke ich aus Angst vor den Folgen Gefühle wie Zorn, Wut oder Hass hinunter?

-Kann ich einfach nicht >nein< sagen?

-Lasse ich zu, dass andere mich ausnutzen, demütigen, ständig verletzen oder terrorisieren?

-Ist meine Partnerschaft im Großen und Ganzen in Ordnung oder werde ich gerade dort oft gekränkt?

-Habe ich das Gefühl, ich lebe nicht mein Leben?

Reflexion:

Bei der Beantwortung dieser Fragen wusste ich, dass ich keine Minute länger warten darf, mit der >Liebe zu mir selbst< zu beginnen. Irgendwie fühlte ich mich dabei ziemlich verzweifelt, ich versuchte krampfhaft wenigstens eine Antwort mit >nein< zu beantworten. Doch ich wollte ja ehrlich zu mir selbst sein, also konnte ich nur ein >ja< hinter jede Frage schreiben.

Als ob Frau Standenat meine Gedanken lesen könnte, kam gleich nach dem Test ein aufmunternder Satz:

Es geht nicht darum, bei zu vielen >ja< Antworten zu verzweifeln, sondern dass Sie zu einer inneren Haltung kommen: >lch bin kein Opfer. Ich kann alles ändern, was mich daran hindert, ein erfülltes Leben zu führen.< (auch wenn Sie im Moment noch keine Ahnung haben, WIE Sie das machen sollen)

Reflexion:

Ich dachte nur: >Da hat sie recht, ich habe wirklich keine Ahnung WIE und WO ich da beginnen könnte! <

Die Autorin erklärt ausführlich, was es eigentlich bedeutet, sich selbst zu lieben.

Kurz zusammengefasst: Es bedeutet eine zufriedenstellende Antwort auf folgende Fragen zu finden:

-Wer bin ich wirklich und wie will ich leben?

-Wer macht die Regeln für mein Leben?

-Bin ich nur >Beifahrer< auf der Fahrt durchs Leben oder sitze ich am Steuer?

-Gebe ich mich so, wie ich wirklich bin oder spiele ich eine Rolle, um bei anderen gut anzukommen und geliebt zu werden?

-Fühle ich mich wertvoll oder als ständiger Versager?

-Glaube ich, dass es in Ordnung ist, wenn ich glücklich bin?

-Wie ist meine Beziehung zur Spiritualität?

-Lebe ich eigentlich mein Leben?

-Habe ich Gedanken und Verhaltensweisen, die zerstörerisch sind?

Sie erklärt auch, wie es aussieht, sich NICHT zu lieben.

Als Selbstbetroffene weiß Frau Mag. Standenat sehr genau, wie schlimm es ist, wenn jemand sagt: >Wo ist denn dein Selbstwertgefühl? Du musst dich doch einfach nur ein bisschen mehr lieben!< Sie meint, dass es wenn man keine Ahnung hat, WIE man das anstellen soll, hilfreich ist, eine Bestandsaufnahme zu machen, wie und wo diese >Nichtliebe< sich eigentlich in seinem Leben zeigt.

Sie weiß von sich selbst und von vielen ihrer eigenen Patienten/-innen, Klienten/-innen, dass meist die folgenden Bereiche betroffen sind: V Seelische- und körperliche Selbstmissachtung

-Zögern vor Nützlichem

-Kontakt mit anderen Menschen

-Übertriebener Perfektionismus

-Kontrollbedürfnis

– >Nein<-Sagen  Gefühle und Probleme verdrängen

-Nicht um Hilfe bitten

Reflexion:

Dass ich mich oft selbstmissachte trifft zu.

Seelisch: Indem ich mich ständig unter enormen Druck setze und dass nicht nur andere, sondern auch ich selbst sehr hohe Anforderungen an mich stelle.

Körperlich: indem ich immer wieder einmal zu wenig oder das Falsche esse und mir zu wenig Ruhe gönne.

Außerdem werte ich mich selbst ständig ab, bezeichne mich als ungeschickt, unfähig und traue mir viele Dinge einfach nicht zu.

Bei Zögern vor Nützlichem muss ich mir eingestehen, dass ich ganz genau weiß, dass mir mehr Bewegung gut tun würde, ich es aber immer wieder aufschiebe Sport zu machen und es mit Mangel an Zeit entschuldige.

Nach dem Kapitel über Kontakt mit Menschen wurde mir klar, dass ich mich viel zu viel mit Menschen umgebe, die mir nicht gut tun, von denen ich mich ausgenutzt, ignoriert und gedemütigt fühle. Diese Menschen lösen sogar Stress in mir aus, wenn ich nur an sie denke.

Bei übertriebener Perfektionismus, kann ich leider auch nicht behaupten, dass es nicht auf mich zutrifft. Ich muss lernen mir einzugestehen, dass ich nicht perfekt bin, es niemals war und es auch niemals sein werde. Dabei fällt mir auch ein Satz ein, den ich im Wartezimmer meines Kinesiologen gelesen habe: >Jeder Mensch möchte perfekt sein, aber wer mag schon einen perfekten Menschen?<

Kontrollbedürfnis- ja klar, gibt mir Sicherheit.

>Nein<-Sagen fällt mir sehr schwer, da ist immer eine Angst von >geht nicht, sonst mag er/sie mich nicht mehr.<

Gefühle und Probleme verdrängen: Ja, ich schlucke zu viel hinunter, oft ist der Druck in mir so groß, dass ich glaube, ich platze. Das zeigt mir dann >mein Freund Tinnitus.<

Jemanden um Hilfe zu bitten, wenigstens das gelingt mir, zwar nicht immer, aber doch immer mehr.

Ich vertraue darauf, auch bei den anderen Punkten- bei denen es noch sehr viel zu tun gibtFortschritte zu machen!

Frau Mag. Standenat beschreibt sehr gut die Kraft der Gedanken und alte Muster wie etwa:

-Ich werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste.

-Ich werde nur geliebt, wenn ich perfekt bin.

-Ich bin nicht wichtig.

-Ich bin schuld.

Reflektion:

>lch werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste< und >lch bin Schuld< treffen bei mir am meisten zu.

Das 3-Schritte Programm für den Umgang mit Gefühlen…

-Ich akzeptiere jedes Gefühl, das ich empfinde.

-Ich drücke dieses Gefühl entsprechend meinem Temperament und meiner Persönlichkeit aus.

-Ich lerne aus meinen Gefühlen.

…und welche Gefühle werden am meisten verdrängt? (Wut, Trauer, Eifersucht, Neid, nicht verzeihen können, Hass…)

Reflektion:

Nach diesem Teil brauchte ich eine längere Pause zum Nachdenken.

Verzeihen, ist mein wunder Punkt, aber Frau Mag. Standenat hat zum Glück auch dafür hilfreiche Tipps. Außerdem durfte ich lernen, dass verzeihen NICHT bedeutet, schlimmes Verhalten zu entschuldigen. Ich sah das bisher aber schon so. Ich glaube diese Sichtweise ließ es nicht zu, dass ich manchen Menschen bis jetzt nicht verzeihen konnte.

Weiters sind klare Kommunikation, Spiritualität, der Sinn des Lebens und das Spiegelgesetz ausführlich angesprochene Punkte dieses Buches.

Reflexion:

>Spiritualität ist eine Kommunikation mit den Kräften des Universums, die mir nicht nur Heimat und Geborgenheit geben, sondern auch das Gefühl, in einem großen Liebesplan eingebunden zu sein.<

Diesen Satz habe ich drei Mal hintereinander gelesen. Er fühlt sich für mich total stimmig an!

Beim Spiegelgesetz war mir neu, dass nicht nur Personen, Situationen, Schicksalsschläge und der Körper, sondem auch Haustiere und sogar- und das klang flir mich extrem seltsam- das Auto unser Spiegel sein kann. Sehr spannend und für mich von großen Nutzen,…

3) Nutzbarkeit und Weiterempfehlung:

…genau wie das ganze Buch, das ich jedem nur empfehlen kann, der bereit ist aus der Opferrolle zu steigen und sein Leben selbst in die Hand nehmen möchte.

Dieses, wirklich einfach geschrieben und leicht verständliche Buch ist meiner Meinung nach, für jede und jeden bestens als >Starthilfe< geeignet, der/die- wie auch ich jetzt- nicht mehr länger darauf warten will, dass die berühmte Märchenfee kommt um seine/ihre Probleme zu lösen, sondern Schritt für Schritt sich selbst das gibt, was er/sie braucht um ein zufriedenes, lebenswertes Leben zu führen!