Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.

Autorin: Barbara Sher

Kurzbeschreibung von Barbara Skivalakis

 

Ihr erstes Werk war bereits 1979 unter dem Titel  „Wishcraft“  herausgekommen, was am ehesten mit  „Wunsch(erfüllungs)handwerk“  übersetzt werden kann,  es wurde über eine Million mal verkauft und landete auf der Bestsellerliste der New York Times.

Neben einer unglaublichen Menge an Übungen und Methoden,  mit denen sich Lebensträume und Berufsziele erreichen lassen,  stellt Barbara Sher darin das von ihr entwickelte Konzept des „Erfolgsteams“ vor,  wonach sich vier bis sechs Gleichgesinnte unter Anleitung  über einen Zeitraum von einigen Monaten hinweg regelmäßig treffen und einander beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen. Ihr Buch „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ erschien 1994 als zweites ihrer insgesamt sieben Bücher, von denen fünf auch in deutscher Sprache erhältlich sind,  und wurde ebenfalls ein Bestseller.  Es entstand, weil die Rückmeldung einer überraschend hohen Anzahl an LeserInnen in etwa lautete:  „ ‚Wishcraft‘  ist ein tolles Buch,  aber ich kann es nicht anwenden,  weil ich kein Ziel für mich finden kann“.

Gleich in der Einführung wird klargestellt, worauf es für den Leser hinauslaufen soll:

„Ihr Leben ist stimmig, wenn es genau darauf ausgerichtet ist, was Sie lieben. Und ich meine wirklich LIEBEN. Ich spreche nicht davon, was Sie gut KÖNNEN. …. Als alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern hatte ich folgende Stärken:  Ich konnte wie eine Besessene putzen, ich konnte mit Einkaufstüten beladen und den Kindern an der Hand in letzter Minute den Bus erwischen und ich konnte sparen, sparen, sparen. Aber ich will keinen Beruf, bei dem diese Fähigkeiten benötigt werden.“

Barbara Sher geht davon aus, dass wir im tiefsten Inneren genau wissen, was wir wollen, von der Anzahl der  heutzutage vorhandenen Wahlmöglichkeiten aber überfordert sind. Zugleich fühlen wir uns von den oftmals widersprüchlichen  Erwartungen Anderer – allen voran denen der Eltern – unter Druck gesetzt.

Da die meisten Menschen schon von Kindheit an daran gehindert worden sind, ihre Vorlieben zu erkunden, regt sich meistens schon beim bloßen Gedanken daran, beruflich diesbezüglich etwas zu unternehmen, Angst und massiver innerer Widerstand. Diesen persönlichen  inneren Konflikt klar erkennbar zu machen, ist das erste Ziel des Buches, aufzuzeigen, wie er gelöst werden kann, das zweite.

Die Autorin geht zunächst darauf ein, wovor der innere Widerstand schützen will (Verlust, Blamage, finanzielles Desaster usw.), um ihn dann mithilfe bestimmter Übungen voll zu aktivieren und somit greifbar zu machen. In den allermeisten Fällen lassen sich die dann auftauchenden Einwände einer (oder mehreren) von elf Kategorien zuordnen und entsprechend behandeln.

In diesem Sinne ist das vorliegende Buch ein Lese- wie Arbeitsbuch gleichermaßen, tröstlich, hochgradig motivierend und von erstaunlich therapeutischer Wirksamkeit.

  1. IM SICHEREN HAFEN BLEIBEN

Anders als solche, die im „sicheren Hafen“  bleiben, weil sie sich dort wohlfühlen, haben die Menschen, denen dieses Kapitel gewidmet ist,  Angst. Sie wissen, dass sie wertvolle Talente und Lebenszeit verschwenden und verurteilen sich selbst dafür.  Nichts wünschen sie sich sehnlicher, als ihr unausgefülltes  gegen ein interessantes Leben voller Abenteuer einzutauschen, finden aber tausend vernünftige Gründe dafür, kein Risiko einzugehen oder sabotieren sich unbewusst selbst, sobald sie auch nur in die Nähe von Erfolg kommen.

Die hemmende Stimme in ihrem Inneren  stammt entweder von einer Bezugsperson in ihrer Kindheit, die bei  jedem ihrer  Versuche, etwas Neues zu wagen, gleich ein ganzes Horrorszenario  heraufbeschwor, oder aber im Gegenteil von den Betroffenen selbst, weil die Familie keine Sicherheit bieten konnte und sie für sich selbst die Elternrolle übernehmen mussten.  Einige sind auch in einer Familie aufgewachsen, in der Vorsicht,  Perfektion und Kontrolle  ein ebenso wirkungsvolles „Korsett“ erzeugten.

So langweilig und beengend das Alltagsleben dieser Menschen für sie ist, so spektakulär  sind die Fluchtphantasien, die sie hegen. Je unerreichbarer, umso besser, da „ungefährlich“. Wirklich Herzklopfen verursacht die Annäherung an echte Wünsche, die sehr viel weniger abwegig sind und sich deshalb meist in irgendeiner Form umsetzen lassen, ohne dass sofort das ganze Leben umgekrempelt werden muss.

  1. ANGST VOR ERFOLG: GELIEBTE MENSCHEN HINTER SICH LASSEN

Angst vor Erfolg haben auch Menschen, die erlebt haben, dass er  mit einer schmerzhaften Erfahrung verbunden ist.  Aus diesem Grund sabotieren sie sich selbst an einem bestimmten Punkt auf dem Weg dorthin. Sie verlieren die Lust, machen Fehler, schlagen vielversprechende Angebote aus, kündigen gute Jobs oder verhindern auf andere Weise, weiterzukommen. So vermeiden sie, beispielsweise vom Vater als Konkurrent betrachtet zu werden, erfolglose Familienmitglieder zu frustrieren oder weiterhin als Trophäe missbraucht zu werden, die in früheren Jahren ihre Erfolge stolzen Eltern zu Füßen zu legen hatte.  Menschen mit starken Wertlosigkeitsgefühlen glauben, Erfolg nicht verdient zu haben, und auch heute noch werden Frauen wenig ermuntert,  Karriere zu machen, vielmehr suggeriert man ihnen Schuldgefühle, weil sie ihre Familie vernachlässigen. Ein großes Problem stellen auch neidische Verwandte oder Arbeitskollegen dar, die anderen den Erfolg nicht gönnen und sie offen bekämpfen.

Doch selbst, wenn niemand mehr da ist, der die Betroffenen für das Erreichen eines Ziels „bestrafen“ würde, trifft sie …. „das Ausmaß vergangener Verletzungen wie ein Hammer, wenn sie den Kontrast zwischen der schmerzhaften Vergangenheit und der glücklichen Gegenwart spüren“. Erst wenn der Erfolg mit den traumatischen Erinnerungen nicht mehr gekoppelt ist,  kann er auch zugelassen und genossen werden.

  1. ICH WILL ZU VIELE VERSCHIEDENE DINGE

… und das verhindert, dass ich mich festlege. Für wen das ein Thema ist, der ist – wie Barbara Sher es bezeichnet – entweder ein „Scanner“ oder ein verhinderter „Taucher“. Scanner sind Menschen, die sich nicht für eine Richtung entscheiden und entsprechend ihren Platz im Berufsleben einnehmen  können, weil sie sich für alles interessieren, alles mögliche ausprobieren und am liebsten alles auf einmal machen wollen. Der Vorwurf, sie seien oberflächlich und scheuten die Verantwortung, ist absolut unbegründet – Scanner sind hochintelligent und lernen extrem schnell, sodass sie einfach innerhalb kürzester Zeit mit einer Sache „durch sind“. Ihnen widmet die Autorin ein ganzes eigenes Buch mit dem Titel: „Du musst dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast“.

Im Gegensatz zum Scanner ist ein Taucher ein ausgeprägter Spezialist. Wer dazu geboren ist, ist unglücklich, wenn es ihm nicht möglich ist, sich in ein Sachgebiet zu vertiefen. Wer beispielsweise nie gelernt hat, sich Dinge systematisch zu erarbeiten, weil ihm in der Kindheit und Jugend alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden , kommt auf dem Weg in die Tiefe nicht weiter, ebenso wie jene, die „chronische Schwermut mit Aktionismus bekämpfen“, indem sie sich ständig mit etwas Neuem ablenken. Eine weitere Gruppe Taucher ist in einem traumatisierenden Elternhaus aufgewachsen und fühlt sich entweder egoistisch dabei, sich freudvoll mit etwas zu beschäftigen oder ist ständig in latenter Alarmbereitschaft und generell nicht in der Lage, sich entspannt auf etwas oder jemanden einzulassen.

  1. AUF DER ÜBERHOLSPUR – IM FALSCHEN BERUF

Das betrifft Menschen, die sich sozusagen in einer Karrierespirale befinden, aus der sie nicht aussteigen können. Dort hineingeraten sind sie beispielsweise, weil sie sich die Arbeit ganz anders vorgestellt hatten, als sie sich für ihre Laufbahn entschieden, oder weil sie „ein gehorsames Kind“ waren und den Berufswunsch ihrer Eltern verwirklicht haben. Für einige Egos spielte vor allem Geld und Prestige eine Rolle, und manche sind einfach in einem Job hängengeblieben, den sie eigentlich nur vorübergehend rein des Geldes wegen angenommen hatten.

Von allen für hohes Einkommen,  Ansehen und Lebensstandard bewundert, haben sie das Gefühl, in der Falle zu sitzen, weil sie keine Zeit mehr haben, das, was sie sich da erarbeitet haben, auch zu genießen, sie fühlen sich innerlich leer und gelangweilt. Was sie tun, macht ihnen längst keinen Spaß mehr, sie stehen unter hohem Zeit- und Verantwortungsdruck und sind stark burnoutgefährdet.

Auszusteigen scheint trotz des hohen Einkommens schwierig, weil der hohe Lebensstandard es nicht zulässt, Geld auf die Seite zu legen, um davon eine Weile leben zu können, bis eine berufliche Umorientierung stattgefunden hat, vor allem dann, wenn eine ganze Familie auf dieses Einkommen angewiesen ist. Bis es also möglich ist, das Hamsterrad zu verlassen, ist es wichtig, auf emotionalen Stressabbau, körperliche Entspannung und kreative Betätigung zu achten, um nicht dauerhaft Gesundheit und Lebensglück einzubüßen.

  1. ICH WILL ETWAS, DAS ICH NICHT WOLLEN SOLLTE – ES WIRD NICHT ANERKANNT

„Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ ist der Spruch, der auf den Punkt bringt, auf welche Weise ein Ausreißer in der Familie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird, falls es ihm einfallen sollte, den beruflichen Flausen in seinem Kopf ernsthaft Glauben zu schenken.

Solchermaßen niedergemacht, geht es für das „hässliche Entlein“ in diesem Kapitel darum, seine  Bestimmung und Vision gegenüber der Sippe zu behaupten, indem es sich sowohl virtuelle Verbündete erschafft als auch Gleichgesinnte in der Realität sucht, mit deren Hilfe es als Schwan den Ententeich hinter sich lassen kann.

  1. HILFE, ICH BIN NOCH NICHT BEREIT FÜR DIE WELT!

Dieser Abschnitt ist Schul- und Studienabgängern gewidmet und greift den „Kulturschock“  auf, den diese erleben, wenn sie ins Berufsleben „geworfen“ werden und sich von den vielen Ansprüchen, die an sie gestellt werden, überwältigt fühlen. Verhaltensregeln, Hierarchien, Kleiderordnung und fachliche Anforderungen bereiten Stress in einem Job, den man überhaupt erst mal kriegen musste. Außerdem soll die Stelle nach außen hin repräsentativ sein,  genug Geld einbringen, Karrierechancen bieten und idealerweise auch noch Spaß machen. Zu all dem kommt die Angst zu versagen und wieder entlassen zu werden.

Um sich in dieser Situation den Druck zu nehmen, kann man beispielsweise sich einem der eingangs erwähnten Erfolgsteams anschließen, sich in der Vorstellung in die schlimmstmögliche Arbeitssituation versetzen und das Beste daraus machen und/oder  – rein des Erfahrung Sammelns wegen – auch in der Wirklichkeit einen „falschen“ Job annehmen und den von sich aus von vornherein auf ungefähr sechs Monate befristen.

  1. NEUORIENTIERUNG: EIN GANZ NEUES SPIEL BEGINNT

Hier geht es um Menschen, deren Leben schon länger verlässlich in geordneten Bahnen verlaufen war und die durch plötzlich eintretende Ereignisse wie Arbeitsplatzverlust, Scheidung, Unfall, Krankheit, Konkurs der eigenen Firma, Auszug der Kinder aus dem Elternhaus und dergleichen jäh aus ihrer Komfortzone katapultiert werden. Diese Krise zu bewältigen steht klarerweise an erster Stelle, doch wie man sie danach auch als Chance sehen kann, dazu leitet dieses Kapitel an.

„Neues Spiel, neues Glück“ sagt der Volksmund – „…. aber diesmal nach meinen Regeln!“ sollte der Leitgedanke sein. Es gilt, sich ausgiebig Zeit zu nehmen, das neue Leben zu entwerfen:  Kindheitsträume ausgraben, Phantasiereisen und das Ausprobieren von völlig Neuem stehen genauso auf dem Programm wie das Aussortieren von unangenehmen Tätigkeiten und eventuell auch das Setzen von Grenzen, die diesmal vor allem den eigenen Bedürfnissen gerecht werden.

Zudem legt Barbara Sher den Betroffenen auch in dieser Situation die Teilnahme an einem Erfolgsteam ans Herz, da es den meisten von ihnen vermutlich an Ressourcen fehlt, nachdem während ihres geordneten Lebens keine Notwendigkeit bestanden hatte, sich welche zu verschaffen.

  1. ICH HATTE MEINEN TRAUM – UND HABE IHN VERLOREN

Zu der winzig kleinen, dafür umso beneidenswerteren Anzahl der Menschen zu gehören, die es tatsächlich geschafft haben,  beispielsweise als Sportler oder Musiker an die Spitze zu gelangen oder im Traumberuf eine steile Karriere zu machen und dann durch reines Pech von einem Tag auf den anderen alles zu verlieren, ist besonders schlimm. Nicht nur, dass auch in diesem Fall eine völlige Umorientierung ansteht, muss noch dazu der Verlust des mehr oder weniger gesamten Lebensinhalts verkraftet werden. Wer die erforderliche Trauerarbeit nicht zu leisten vermag, verbittert und ist nicht in der Lage, beruflich seines Lebens wieder froh zu werden, sei es im gleichen Metier in einer anderen Funktion oder auch in einem gänzlich neuen  Bereich.

Das einst Erreichte hochzuhalten und wertzuschätzen, den Schmerz zu heilen und mit dem Schicksal Frieden zu schließen sind die besten Voraussetzungen dafür, wieder in ein positives Leben zurückzufinden.

  1. NICHTS INTERESSIERT MICH WIRKLICH

Depression, von der Autorin als chronische Verstimmung bezeichnet, ist das Ergebnis einer massiven Verletzung der angeborenen Fähigkeit „zu wünschen und zu wollen“ in der Kindheit. Wenn physische Auslöser wie Lichtmangel abgeklärt sind, geht es erst einmal darum, überhaupt ein wenig in Schwung zu kommen, um zur Beschäftigung mit den Ursachen genügend Energie und Motivation aufbringen zu können. Als Erste-Hilfe-Maßnahmen eignen sich Sport und ehrenamtliche Betätigung.

Beim Blick zurück in die Kindertage zeigt sich dann, dass ständige harsche Kritik die Begeisterungsfähigkeit zunichte gemacht hat. Entweder haben die Betroffenen sie selbst erfahren oder mussten miterleben, wie ihre Geschwister heruntergemacht wurden. Auch Kinder, die dauernd gegängelt, „bespaßt“ oder unterbrochen wurden, gewöhnten sich irgendwann jegliche Eigeninitiative ab, und die, deren Eltern laufend Versprechungen machten und dann nicht einhielten, empfanden es bald als weniger schmerzhaft, sich gar nicht erst auf etwas zu freuen, als wieder enttäuscht zu werden.

Was in der Folge wie Faulheit, Rückzug oder Versagen aussieht, ist in Wahrheit eine höchst lobenswerte Strategie, die eigene Begabung und Kreativität zu schützen, anstatt sie weiterhin zur Zielscheibe für Neid und elterliche Wut werden zu lassen. Wenn es gelingt, sich von der Negativität der Eltern zu distanzieren und den enormen Nachholbedarf an Glücksgefühl nicht sozusagen über Nacht decken zu wollen, erhält die Persönlichkeit endlich den gebührenden Raum, sich zu entfalten.

  1. WUT AUF EIN GEWÖHNLICHES LEBEN

Sich ihren Erfolg zu erarbeiten, wie es alle anderen auch tun, ist unter der Würde jener Menschen, deren Lebenseinstellung und Verhalten treffend als narzisstisch-histrionisch bezeichnet werden kann. Sie werden wütend, wenn ihnen zugemutet wird, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen, wenn schon, dann wollen sie gleich an die Lorbeeren – die Welt schuldet ihnen schließlich etwas, nachdem sie in der Kindheit zu kurz gekommen sind.

Hinter ihrem Egoismus steckt jedoch ein tiefes Wertlosigkeitsgefühl, das sie nicht mehr empfinden müssten, wenn endlich jemand käme und sie für die erlittene Ungerechtigkeit entschädigen würde. Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen kommt für sie einem Eingeständnis gleich, tatsächlich bedeutungslos zu sein, darum ist es ihnen wichtiger, gerettet zu werden, und zwar in Bausch und Bogen, als beruflich Erfolg zu haben. Die unzähligen „kleinen“ Rettungen, die sie ihren Freunden und Verwandten dabei ständig abverlangen, zählen für sie überhaupt nicht.

An diesem Zustand etwas zu ändern erfordert ein hartes Stück Arbeit, denn das innere Kind muss erst einmal zur Kooperation bewogen werden. Wie für Depressive ist es auch für Wütende sehr wirkungsvoll, sich in altruistischer Weise anderen zuzuwenden, denn zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, doch noch ausreichend nachbeeltert zu werden, äußerst gering, und zum anderen bleibt man ewig zur Passivität verdammt, wenn man das Selbstwertgefühl gänzlich davon abhängig macht, von anderen befürsorgt zu werden.

  1. DER ROTE HERING – ODER DER VERSUCH, ETWAS ZU WOLLEN, DAS MAN NICHT WIRKLICH WILL

Der Ausdruck „roter Hering“ stammt von dem alten Brauch, einen geräucherten Hering quer über eine Spur zu ziehen, so dass Spürhunde den Geruch und somit die Spur der gesuchten Person verlieren. Heutzutage ist damit ein irreführender Hinweis gemeint, der absichtlich gegeben wird, um die Aufmerksamkeit in die falsche Richtung zu lenken.

Im Bezug auf das Thema des Buches bedeutet das, dass jemand versucht, sich vordergründig auf das  Erreichen eines bestimmten Berufsziels zu konzentrieren, während in Wirklichkeit ein Herzenswunsch im Privatbereich viel mehr Gewicht hat. Die oben beschriebene Vorgangsweise soll davon ablenken, dass dieser Wunsch vermeintlich unerfüllbar ist.

Doch die Selbsttäuschung funktioniert nicht, denn „Sie können ihrem Herzen nicht sagen, was es will, Ihr Herz wird es Ihnen sagen. Wenn Sie Ihre Gefühle zwingen, sich Ihrem Verstand zu unterwerfen, dann ist das so, als ob Sie die Wegbeschreibung zu einem glücklichen Leben wegwerfen.“ Und weiter: „Das Herz mag keine unfertigen Geschichten. Man kann das Spiel der Liebe nicht beenden, wenn man tief im Inneren weiß, dass noch nicht alle Karten ausgespielt worden sind. Erst wenn Sie alle Karten ins Spiel gebracht haben, wird Ihr Herz Sie freilassen.“

Wenn der Traum also nicht gänzlich unrealistisch ist, rückt er wieder an die erste Stelle und kann oftmals mithilfe eines „Aktionsplanes“ doch noch erfüllt werden. Sich parallel einem zweiten Projekt zu widmen ist dabei trotzdem wichtig, um sich nicht aus Ungeduld oder Verzweiflung selbst im Weg zu stehen.

Persönliche Anmerkung:  In der Lebens- und Sozialberatung könnte dieses Buch sehr gut eingesetzt werden, wenn für KlientInnen eine Entscheidung im Hinblick auf die Lebensplanung ansteht, EDxTM dürfte eine ideale Ergänzung dazu darstellen.